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Sechstes Kapitel. Bei Prinz Louis

Full text: Schach von Wuthenow / Fontane, Theodor (Public Domain)

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Schach von Wuthenow. 
Wahrheit mit unsren Kräften? Wir leben von 
der Hand in den Mund und warum? weil der 
Staat Friedrichs des Großen nicht ein Land mit 
einer Armee, sondern eine Armee mit einem 
Lande ist. Unser Land ist nur Standquartier 
und Verpflegungsmagazin. In sich selber ent— 
behrt es aller großen Ressoureen. Siegen wir, 
so geht es; aber Kriege führen dürfen nur solche 
Länder, die Niederlagen ertragen können. Das 
können wir nicht. Ist die Armee hin, so ist 
alles hin. Und wie schnell eine Armee hin sein 
kann, das hat uns Austerlitz gezeigt. Ein Hauch 
kann uns tödten, gerad auch uns. „Er blies, 
und die Armada zerstob in alle vier Winde.“ 
Afflavit Deus et dissipati sunt.“ 
„Herr von Bülow,“ unterbrach hier Schach, 
„möge mir eine Bemerkung verzeihn. Er wird 
doch, denk ich, in dem Höllenbrodem, der jetzt 
über die Welt weht, nicht den Odem Gottes er— 
kennen wollen, nicht den, der die Armada zer— 
blies.“ 
„Doch, Herr von Schach. Oder glauben Sie 
wirklich, daß der Odem Gottes im Spezialdienste 
des Protestantismus, oder gar Preußens und 
seiner Armee stehtꝰ“ 
„Ich hoffe, ja.“
	        
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