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Drittes Kapitel. Bei Sala Tarone

Full text: Schach von Wuthenow / Fontane, Theodor (Public Domain)

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Schach von Wuthenow. 
genommen, und Sander, der grad lange genug 
Verleger war, um sich auf lukullische Feinheiten 
zu verstehen, überflog eben die Wein- und 
Speisekarte. Diese war in russisch Leder ge— 
bunden, roch aber nach Hummer. Es schien 
nicht, daß unser Lukull gefunden hatte, was ihm 
gefiel; er schob also die Karte wieder fort und 
sagte: „Das Geringste, was ich von einem solchen 
hundstäglichen April erwarten kann, sind Mai— 
kräuter, Asperula odorata Linnéei. Denn ich 
hab auch Botanisches verlegt. Von dem Vor— 
handensein frischer Apfelsinen haben wir uns 
draußen mit Gefahr unseres Lebens überzeugt, 
und für den Mosel bürgt uns die Firma.“ 
Der Herr am Pult rührte sich nicht, aber 
man sah deutlich, daß er mit seinem Rücken zu— 
stimmte, Bülow und Alvensleben thaten des— 
gleichen, und Sander resolvirte kurz: „Also Mai— 
bowle.“ 
Das Wort war absichtlich laut und mit der 
Betonung einer Ordre gesprochen worden, und 
im selben Augenblicke scholl es auch schon vom 
Drehstuhl her in das Kellerloch hinunter „Fritz!“ 
Ein zunächst nur mit halber Figur aus der Ver— 
senkung auftauchender, dicker und kurzhalsiger 
Junge, wurde, wie wenn auf eine Feder gedrückt
	        
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