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Sechzehntes Kapitel. Frau von Carayon und der alte Köckritz

Full text: Schach von Wuthenow / Fontane, Theodor (Public Domain)

Achach von Duthenow. 
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nächsten Umgebung, und durch ihn, zu dem sie 
wenigstens in oberflächlichen Beziehungen geblieben 
war, hoffte sie sich einer Audienz versichert halten 
zu dürfen. 
Um die Mittagsstunde war Frau von Ca⸗ 
rayon drüben, stieg im „Einsiedler“ ab, ordnete 
ihre Toilette, und begab sich sofort ins Schloß. 
Aber hier mußte sie von einem zufällig die 
Freitreppe herabkommenden Kammerherrn in 
Erfahrung bringen, daß Seine Majestät Potsdam 
bereits wieder verlassen und sich zur Begrüßung 
Ihrer Majestät der Königin, die Tags darauf 
aus Bad Pyrmont zurückzukehren gedenke, nach 
Paretz begeben habe, wo man, frei vom Zwange 
des Hofes, eine Woche lang in glücklicher Zu—⸗ 
rückgezogenheit zu verleben gedenke. 
Das war nun freilich eine böse Nachricht. 
Wer sich zu einem peinlichen Gange (und wenn 
es der „hochnothpeinlichste“ wäre) anschickt und 
mit Sehnsucht auf das Schreckensende wartet, 
für den ist nichts härter als Vertagung. Nur 
rasch, rasch! Eine kurze Strecke geht es, aber 
dann versagen die Nerven. 
Schweren Herzens, und geängstigt durch die 
Vorstellung, daß ihr dieser Fehlschlag vielleicht 
einen Fehlschlag überhaupt bedeute, kehrte Frau 
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