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Zehntes Kapitel. "Es muß etwas geschehn"

Full text: Schach von Wuthenow / Fontane, Theodor (Public Domain)

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Schach von Wuthenow. 
Unter denen, die sich mit dem Stück, also 
mit der Tagesfrage beschäftigten, waren auch die 
Offiziere vom Regiment Gensdarmes, obschon 
ihnen nicht einfiel, sich ernsthaft auf ein Für 
oder Wider einzulassen. Sie sahen alles aus— 
schließlich auf seine komische Seite hin an, und 
fanden in der Auflösung eines Nonnenklosters, 
in Katharina von Boras, „neunjähriger Pflege— 
tochter“ und endlich in dem beständig Flöte 
spielenden Luther, einen unerschöpflichen Stoff 
für ihren Spott und Uebermuth. 
Ihr Lieblingsversammlungsort in jenen 
Tagen war die Wachtstube des Regiments, wo 
die jüngeren Kameraden den dienstthuenden 
Offizier zu besuchen und sich bis in die Nacht 
hinein zu divertiren pflegten. Unter den Ge— 
sprächen, die man in Veranlassung der neuen 
Komödie hier führte, kamen Spöttereien wie die 
vorgenannten kaum noch von der Tagesordnung, 
und als einer der Kameraden daran erinnerte, 
daß das neuerdings von seiner früheren Höhe 
herabgestiegene Regiment eine Art patriotische 
Pflicht habe, sich mal wieder „als es selbst“ zu 
zeigen, brach ein ungeheurer Jubel aus, an 
dessen Schluß alle einig waren, „daß etwas ge— 
schehen müsse.“ Daß es sich dabei lediglich um
	        
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