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Neuntes Kapitel. Schach zieht sich zurück

Full text: Schach von Wuthenow / Fontane, Theodor (Public Domain)

Schach vvn Muthenow. 
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entweder Deine gute Meinung über S., oder 
aber Dein Mißtrauen gegen ihn fallen lassen 
mußt.“ Ja, Lisette hatte Recht und doch blieb 
ihr eine Furcht im Gemüthe. „Wenn doch alles 
nur ....“ Und es übergoß sie mit Blut. 
Endlich am vierten Tage kam er. Aber es 
traf sich, daß sie kurz vorher in die Stadt ge— 
gangen war. Als sie zurückkehrte, hörte sie von 
seinem Besuch; er sei sehr liebenswürdig gewesen, 
habe zwei⸗, dreimal nach ihr gefragt, und ein 
Bouquet für sie zurückgelassen. Es waren 
Veilchen und Rosen, die das Zimmer mit ihrem 
Dufte füllten. Vietoire, während ihr die Mama 
von dem Besuche vorplauderte, bemühte sich, einen 
leichten und übermüthigen Ton anzuschlagen, aber 
ihr Herz war zu voll von widerstreitenden Ge— 
fühlen, und sie zog sich zurück, um sich in zugleich 
glücklichen und bangen Thränen auszuweinen. 
Inzwischen war der Tag herangekommen, 
wo die „Weihe der Kraft“ gegeben werden sollte. 
Schach schickte seinen Diener und ließ anfragen, 
ob die Damen der Vorstellung beizuwohnen ge— 
dächtend Es war eine bloße Form, denn er 
wußte, daß es so sein werde. 
Im Theater waren alle Plätze besetzt. Schach 
saß den Carayons gegenüber und grüßte mit
	        
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