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Achtes Kapitel. Schach und Victoire

Full text: Schach von Wuthenow / Fontane, Theodor (Public Domain)

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Schach von Wuthenow. 
nommen wird, dem wird auch gegeben“. In 
meinem Falle liegt der Tausch etwas schmerzlich, 
und ich wünschte wohl, ihn nicht gemacht zu 
haben. Aber andrerseits geh ich nicht blind an 
dem eingetauschten Guten vorüber, und freue 
mich meiner Freiheit. Wovor andre meines 
Alters und Geschlechts erschrecken, das darf ich. 
An dem Abende bei Massows, wo man mir zuerst 
huldigte, war ich, ohne mir dessen bewußt zu sein, 
eine Sklavin. Oder doch abhängig von hundert 
Dingen. Jetzt bin ich frei.“ 
Schach sah verwundert auf die Sprecherin. 
Manches, was der Prinz über sie gesagt hatte, 
ging ihm durch den Kopf. Waren das Ueber— 
zeugungen oder Einfälle? War es Fieberꝰ Ihre 
Wangen hatten sich geröthet, und ein aufblitzendes 
Feuer in ihrem Auge traf ihn mit dem Ausdruck 
einer trotzigen Entschlossenheit. Er versuchte 
jedoch sich in den leichten Ton, in dem ihr 
Gespräch begonnen hatte, zurückzufinden, und 
sagte: „Meine theure Victoire scherzt. Ich 
möchte wetten, es ist ein Band Rousseau, was 
da vor ihr liegt, und ihre Phantasie geht mit 
dem Dichter.“ 
„Nein, es ist nicht Rousseau. Es ist ein 
anderer, der mich mehr interessirt.“
	        
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