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Siebentes Kapitel. Ein böser Rat

Full text: Die Hosen des Herrn von Bredow / Alexis, Willibald (Public Domain)

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Siebentes Kapitel. 
„Kasper, Du bist ein guter und treuer Knecht, aber Du 
weißt nicht, was es gilt. Ich muß dabei sein, wenn er aufwacht!“ 
„Kann mir wohl denken, warum. Ich habe nichts mit 
der Wäsche zu thun.“ 
„Kasper, ich bin Deine Frau, wollte sagen Deines Herrn 
Frau. Du wirst doch nicht —“ 
„Plaudern werd' ich nicht, was mich nichts angeht, und 
wenn er's merkt, nun da mag jeder sorgen, den's trifft, aber —“ 
„Meinst Du, ob er poltern wird, oder —“ 
„J nu, Gestrenge, das kommt darauf an. Trank er zuletzt 
süßen, dann geht's; aber Landwein, dann ist's schlimmer, be— 
sonders von dem dicken, aus Stettin. Wenn das Gewürz im 
Blut zurückschlägt! Recken und strecken muß er sich allemal 
ein bißchen und da muß ihm keiner in den Wurf kommen, der 
es nicht versteht. Ich fühl's immer gleich am ersten Schlag, ob 
er nur verdrießlich ist, oder ein Gewitter losgeht. Das ist nun 
meine Sache allein, gestrenge Frau, und dabei thun Weiber 
niemals gut.“ 
Unten schien es zu gewittern, ein Schlag oder Klang war's, 
der die Aufmerksamkeit der Hausfrau in Anspruch nahm. Während 
Kasper wieder unbekümmert an seinen Käse und Rettig ging, 
hatte sie sich über das Treppengeländer gelehnt. 
Der Dechant kam herauf, etwas gerötet im Gesicht, 
schneller, als seine Art war. Das Zusammentreffen mit der 
Edelfrau schien ihm nicht ganz angenehm; die eine Hand fuhr 
schnell unter sein Habit. 
„Ihr habt wieder gespielt!“ 
Der Geistliche zuckte die Achseln. 
„Und gewonnen?“ 
„Kann ich dafür!“ 
„Die toben nun.“ 
„Laßt die Heiden toben, ich that's ja nur aus Gefälligkeit.“ 
„Das ist 'ne Aufführung, das ist 'ne Wirtschaft! Und 
ein Geistlicher dazu! Was soll das Gesinde dazu sagen! Im 
Freien, nun ja zum Zeitvertreib, im Lager, da hab' ich ein 
— — Aber Ihr wißt, daß ich im Schlosse ein für 
allemal —“ 
„In Ihrem Schlosse sollen doch meiner gütigen Wirtin 
edle Gäste nicht über Langeweile klagen. Die Frau war fort,
	        
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