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Siebentes Kapitel. Ein böser Rat

Full text: Die Hosen des Herrn von Bredow / Alexis, Willibald (Public Domain)

Siebentes Kapitel. 
Ein böser Rat. 
„Ein Stündlein noch, Gestrenge, dann wacht er auf,“ 
sprach der Knecht Kasper, der an seines Herrn Thür Wache 
hielt und wenig Umstände machte vor der Edelfrau, welche, 
schien es, ohne den Wächter wohl Lust gehabt hätte, ein wenig 
aufzuklinken und hineinzuschauen. Er aber saß auf einer Bank, 
die er vor die Thür geschoben, den Rücken gegen diese gelehnt, 
eine Stellung, in der er auch dann und wann die Augen zu— 
gedrückt haben mochte. Ein treuer Knecht dient seinem Herrn, 
auch wenn er für ihn schläft. Jetzt aber schnitt er Scheiben 
umschichtig von einer großen Rübe, einem Käse und einem Hafer— 
brot zum Abendimbiß. 
„Kasper, ich höre ihn schnarchen.“ 
„Thut nichts. Vorhin grunzte er, dreimal stöhnte er und 
dann hat er geflucht. Das geht immer voraus.“ 
„Aber er hat sich gewiß auf die andere Seite gelegt. 
Dann schläft er nur immer fester ein.“ 
„Wenn er erst zum lauten Fluchen kam, dann flucht's in 
ihm fort, und dann wacht er auf.“ 
„Das ist einmal —“ 
„Allemal, Gestrenge, wie die alte Wanduhr. Erst knickt 
sie, brummt, schnarrt, dann nach einer Weile schlägt sie.“ 
„Es ist ein vornehmer Herr, Kasper!“ 
„Weck meinen darum nicht auf.“ 
„Des Markgrafen Freund!“ 
Und wenn alle Markgrafen in eigener Person kämen.“
	        
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