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Fünfzehntes Kapitel. Kläger und Günstling

Full text: Die Hosen des Herrn von Bredow / Alexis, Willibald (Public Domain)

Kläger und Günstling. 
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zur Begutachtung. Dann wird unser Herr von Schlieben das 
Ganze erwägen und überdenken und mit höherer Weisheit ins 
rechte Schick bringen, das heißt, er wird mit andern und vielen 
Worten das für Recht erklären, was der Kurfürst will.“ 
Der alte Bodo stieß mit seinem Stock auf die Diele: „Daß 
Gott erbarm, Herr! Ich wünschte — der Kurfürst hätte nicht 
so kluge Räte,“ setzte er in den Bart murmelnd hinzu. 
„Der Kurfürst!“ es rauschte durch die Versammlung, die 
Federhüte und Barette flogen von den Köpfen. Joachim schritt 
durch die Reihen, die sich teilten, nach dem Thronsessel. Er 
musterte eine Weile die Anwesenden. Sein Gesicht war blaß, 
sein Auge so ernst und forschend, als man es lange nicht ge— 
sehen. Er sprach dann in wohlgesetzter Rede über vieles, aber 
nicht mit dem jugendlichen Feuer, das man an ihm gewohnt 
war. Er sprach, wie von der schmerzlichen Überzeugung durch— 
drungen, daß, was vor seiner Seele leuchtend stand, den andern 
fremde, ferne, gleichgültige Dunstbilder seien, daß seine tönenden 
Worte nur dumpfe Klänge für die Mehrzahl blieben; er sprach 
für sich, nicht für die andern, wie vor einer unsichtbaren Macht, 
welche von ihm Rechenschaft forderte. 
Er sprach von der Universität, die er zu Frankfurt gründen 
wolle, daß nun endlich alle Hindernisse gehoben seien, die diesem 
hochwichtigen Werke im Wege gestanden. Sie solle das Siegel 
werden, so hoffe er zu Gott, gedrückt auf die Mission seines 
Hauses: die Mark Brandenburg, dieses alte, durch teures Blut 
dem deutschen Gesamtvaterlande erworbene, dieses ehemals 
blühende, reiche, herrliche Land, wieder zu erheben aus der Ver— 
wilderung und Zerrüttung zu einem gesunden, kräftigen Gliede 
—— 
wilden Trotz und gesetzlose Freiheit, nicht durch Festhalten an 
der alten Unsitte werde der Märker aus der Barbarei sich er— 
heben, sondern durch friedfertige Unterwerfung unter das Gesetz 
und durch liebevolle Aufnahme der Männer, welche er berufen, 
durch Lehre und Wort, durch Beispiel und edle Sitte die alte 
Unwissenheit und böse Art zu bändigen und den Geist zu lösen, 
daß er auf edleren Bahnen vorschreite. Er naunte die Männer, 
die er gewonnen, deren Ruf durch ganz Germanien strahle. Er 
hoffe, daß ihr Licht von den Wellen der Oder über Spree, Havel 
und Elbe nur heller in das Reich zurückstrahlen werde. Vor 
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