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Widmungen, Ansprachen, Festgesänge[,] Denk- und Trinksprüche[,] Reden und Episteln in Versen

Full text: Aus dem Leben / Trojan, Johannes (Public Domain)

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Auch ist noch nicht verstummt der Vöglein Reigen, 
Der freudevoll begrüßt den jungen Tag; 
Es ruft und lockt noch von des Ahorns S3weigen. 
Aus Lindengrün tönt noch des Finken Schlag. 
Wo am Gemäuer dichte Sträucher hängen, 
Da fühlt der Meisen kleines Volk sich wohl, 
Und ihren Stimmen mit willkommnen Klängen 
Gesellen sich Goldammer und Pirol. 
Den Sperling hör' ich, der sich naht verstohlen, 
Um sich sein Teil von meinem Brot zu holen. 
Ob's hier auch blüht? War das ein Blütenleben, 
Eh' auf den Wällen war das Gras gemäht! 
Dort werden wen'ge wieder sich erheben, 
Doch andre blühn auf wohlgepflegtem Beet. 
Wie viel von unserm Gärtchen wird geboten. 
Was lustig aussieht, froh die Augen macht! 
Die weißen Kosen streiten mit den roten, 
Wer schöner sei; der Lilie stolze Pracht 
Erhebt sich auf dem schlankgebauten Stiele. 
Und andrer Blumen gibt es, o wie viele! 
Ich steig' empor, wie oft zu tun wir pflegen, 
Zu der Bastion, da liegt vor mir das Meer; 
Sein Atem weht erfrischend mir entgegen, 
Mit frohen Blicken schau' ich um mich her. 
Den breiten Strom seh' ich die Schiffe tragen, 
Wie ich's in Zeiten sah, die längst dahin; 
Ich seh', wie sich des Meeres Wellen jagen
	        
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