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Widmungen, Ansprachen, Festgesänge[,] Denk- und Trinksprüche[,] Reden und Episteln in Versen

Full text: Aus dem Leben / Trojan, Johannes (Public Domain)

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Manchen Kummer, manche Plage 
Trugen sie, so manches Leid; 
Denn der Mann, der agitierende, 
Der sonst gern am Arm sie führende, 
hatte, ach, wie viele Tage 
Für die Gattin keine Zeit! 
Oftmals bat sie ihn zu bleiben: 
„Sieh, hier ist es warm und gut. 
horch, wie klatscht es an die Scheiben! 
horch, wie rast des Sturmes Wut!“ 
Aber nicht ließ er sich halten, 
War die Lieb' auch noch so groß: 
Wie sich Hektor von Andromache, 
Als sie bat, daß er sie froh mache, 
Riß er sich von seiner Alten 
Mit gepreßtem Hherzen los. 
Und so stand in stillem Weinen 
Manchmal sie am Herd und briet; 
Seufzend oft den lieben Kleinen 
Summte sie das Wiegenlied 
Wenn sie einsam, treuen Fleißes, 
Bei der Lampe strickt' und näht': 
Dachte sie des auch arbeitenden 
Manns, des für die Freiheit streitenden 
„Wann er wiederkommt, wer weiß es? 
sAch, gewiß wird's wieder spät!“
	        
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