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Erstes Buch II. Ueber die Berge

Full text: Lieder und Gedichte / Rodenberg, Julius (Public Domain)

50 — 
Da tritt er aus dem Zauberkreise, 
Der Felsen stürzt, die Decke bricht; 
Und hinter ihm ruft sterbend, leise, 
Das Blümelein: Vergiß mein nicht! 
Der will es holen, will sich wenden — 
Doch um ihn her ist Nacht und Graus; 
Mit wunder Seele, leeren Händen, 
Irrt er ins finstre Land hinaus. 
Das Glück ein Traum. 
Es ist das Glück ein kurzer Traum; 
Es liebt nicht Glanz und Festesschimmer: 
Es kommt zu Dir — Du merkst es kaum, 
So sachte tritt es in Dein Zimmer. 
Es wiegt sich nicht im lauten Tanz, 
Und schwimmt nicht auf des Weines Wogen: 
Aus Morgenthau und Sonnenglanz 
Baut es zu Dir den Strahlenbogen. 
Mit Worten fesselst Du es nie, 
Nie hat es trunkner Sang beschworen: 
Auf Tönen ferner Melodie 
Rauscht es an die entzückten Ohren, 
Dem Lärm der Welt und ihrem Scherz, 
Dem bunten Haufen bleibt es ferne; 
Wo Zweie sitzen Herz an Herz, 
Da kehrt es ein, da weilt es gerne.
	        
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