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Drittes Buch III. Gen Abend

Full text: Lieder und Gedichte / Rodenberg, Julius (Public Domain)

175 — 
Im Dunkel, wie die Wurzeln in der Tiefe; 
Nacht hüllt den Pfad. Doch unten aus dem Thal 
Blinkt Licht nach Licht, als ob der traute Strahl 
Den Wandrer heimwärts zu den Menschen riefe. 
So folg' dem Rufe, der Dich führt zurück — 
Dort unten wohnt wohl ein bescheiden Glück. 
Was hilft's von der Gemeinschaft sich entfernen? 
Für Geister noch nicht reif zu dieser Frist, 
Flieh'n sie vor Dir — und weil ein Mensch Du bist, 
Mußt mit den Menschen Du zu leben lernen. 
Wäldershansen. 
Aus der Straße verworr'nem Brausen 
O, wie tragt ihr mich oft und weit, 
Schöne Tage von Wäldershausen, 
In die goldne Waldeinsamkeit! 
In dem Schimmer des Abendgoldes 
Liegst Du vor mir, so friedlich und still, 
Wie ein Märchen, ein wunderholdes, 
Wie ein liebliches Waldidyll. 
Und von den mächtigen Buchenkronen 
Seh' ich das traute Haus überdacht, 
Drinnen die lieben Menschen wohnen, 
Welche dies Thal mir theuer gemacht. 
Sie, die den frühesten meiner Lieder 
Freundlich gelauscht vor manchem Jahr, 
Seh' ich als waltende Hausfrau wieder 
Mitten in blühender Kinderschar.
	        
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