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Neuntes Capitel. Die letzten Kämpfe

Full text: Heinrich von Kleist's Berliner Kämpfe / Steig, Reinhold (Public Domain)

Neuntes Capitel. 
Die letzten Kämpfe. 
War die politisch unbequeme Kritik der Abendblätter 
durch Hardenberg erdrückt worden, so lebte die Opposition 
nichts desto weniger, ungeschrieben und ungedruckt, in den 
Kreisen Kleist's und seiner Freunde fort. An der Tafel 
der christlich deutschen Tischgeseschaft nahm man kein Blatt 
vor den Mund. Sie galt den Machthabern als die erneute 
Vereinigung der mißvergnügten Elemente, gegen die sich, weil 
se gesellschaftlich geschlossen war, mit staatlichen Mitteln 
nicht gut einschreiten ließ. Willkommen konnte der Staats⸗ 
kanzlei die Preßfehde sein, die gegen die christlich-deutsche 
ischgesellschaft von Denen, welche sie ausschloß, in Scene 
gesetzt wurde. 
Der Hauptrufer in dem Streit war Saul Ascher. Dieser 
antinational und kosmopolitisch-⸗französisch gesinnte „Privat— 
belehrte“ hatte bis dahin auf das schmählichste gegen die 
preußische Regierung geschrieben und war — ich berichte auf 
Grund der Acten des Geheimen Staats-Archivs — im Som⸗ 
er 1810 „wegen seiner bösartigen Schriftstellerei in aus— 
wärtigen Zeitungen“ verhaftet und zur Untersuchung gezogen 
worden. Er correspondirie hauptsächlich in zwei wichtige süd—
	        
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