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Siebentes Capitel. Heinrich von Kleist's Freunde und Mitarbeiter

Full text: Heinrich von Kleist's Berliner Kämpfe / Steig, Reinhold (Public Domain)

484 3 Siebentes Capitel. E 
einmal unsre Pflicht wird, zugänglich waren — den Aufsatz 
über Eylert wiederholt *). Unerkannt bisher, spielt der 
Abendblatt-⸗Artilel in der Correspondenz Fouquo's mit Jung— 
Stilling eine Rolle. Fouqu knüpfte 1810 mit Jung in 
Karlsruhe an. Wir kennen nur Jung's Briefe, die mit 
prompter Regelmäßigkeit auf Fouqué's Anfragen zurückliefen, 
und die dann, nach der Sitte damaliger Zeit, in Berlin von 
Hand zu Hand umgingen. Fouqué's Briefe, wenn sie aus 
Jung's Nachlasse auftauchen würden, müßten uns Aufschlüsse 
über die geistigen Kämpfe jener Tage und die Abendblätter 
erbringen. Einiges versuche ich zu erschließen. 
In seiner Antwort vom 12. November 1810 geht Jung 
die ihm vorher von Fouqué unterbreiteten Dinge durch. 
Unter ihnen muß sich Fouqué's Abendblatt-Artikel über 
Eylert befunden haben. Nur unter dieser Voraussetzung, 
glaube ich, wird verständlich, daß Jung schrieb: „Den treff⸗ 
lichen Pastor Eylert kenne ich nur per renommèée, jein 
Vater, der Herr Professor Rulemann-Eylert zu Hamm in 
Westphalen, hat lang als intimer Freund mit mir correspon⸗ 
dirt, der war auch ein Kanzelredner ohne Gleichen, und zu⸗ 
gleich im reinsten Sinn des Wortes ein Christ.“ Diese Be— 
merkungen Jung's werden gleichsam zu Complementen unsres 
Abendblatt⸗Artikels. Und wie sich Kleist in Jung's Schriften 
hineingelesen hat (unten S. 524), so ist auch Kleist's Abend⸗ 
blatt Jung⸗Stilling vor die Augen gekommen. 
Nicht jedoch war dies das einzige und letzte Abendblatt. 
Fouqus ließ nicht nach, dem unverdrossen Bescheid gebenden 
Greise immer von Neuem zu schreiben und zu schicken. Um 
Neujahr 1811 muß er ihm „die Ankündigung eines zu er⸗ 
Die Gbritz⸗Lübeck-Stiftung in Berlin enthält 
unsre vaterländische Litteratur überhaupt ein reiches 
Benutzung ich dem Stifter, Herrn Otto Göritz, danke. 
für Fouqus und 
Naterial, dessen
	        
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