Path:
Sechstes Capitel. Anekdote, Epigramm, Berichterstattung

Full text: Heinrich von Kleist's Berliner Kämpfe / Steig, Reinhold (Public Domain)

3. Allerlei kleine Anekdoten. & 375 
Kleist's Schriften niemals vorenthalten werden kann: bemerkens⸗ 
werth die auf niederdeutschem Sprachgrunde ruhende märkisch— 
berlinische Form des Wortes „Rennstein“. 
Eine Stelle verlangt heute zum Verständnisse eine sach— 
liche Erläuterung. Der Soldat geht über den Lustgarten; 
da läuten vom Dom herab die Glocken: „Pommeranzen! 
Po mmeranzen! Pommeranzen!“ Freilich gab und giebt es 
einen Pommeranzenschnaps. Aber das Entscheidende ist, daß 
von dem Lustgarten, der damals, nach der heutigen Museums⸗ 
seite zu, durch einen offnen Wasserarm abgeschlossen war, nach 
dem neuen Pachhof eine Brücke hinuberfühne, die die Pomramg 
Brücke hieß. Damit hängt der Localwitz zusammen. 
19. Anekdote (on den beiden Baxern). 
In der Anekdote von den Portsmouther und Plymouther 
Varern sehe ich auch, nach dem parallelen Aufbau der beiden 
mittleren Hauptperioden, kleistische Diction. Sie steht im 
46. Abendblatt, vom 22. November 1810, und war offenbar 
dazu mit bestimm, das Interesse des Publicums auf die 
Engländer, die Widersacher Napoleon's, hinzulenken. In 
Kleist's Schriften bereils aufgenommen. 
20. Anekdote (vom Kapuziner). 
Steht im 53. Abendblatt, vom 80. November 1810, 
nonym. Sie lautet 
Anekdote. 
Ein Kapuziner begleitete einen Schwaben bei sehr regnigtem Wetter 
8 Galgen. Der Verurtheilte klagte unterwegs mehrmal zu Gott, daß 
er. bei so schlechtem und unfreundlichem Wetter, einen so sauren Gang 
thun müsse. Der Kapuziner wollte ihn christlich trösten und sagte: du 
dump, was ticht ve ee e uen al 
muß, bei diesen Wetter, wieder zurück, denselben Weg. — Wer es
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.