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Sechstes Capitel. Anekdote, Epigramm, Berichterstattung

Full text: Heinrich von Kleist's Berliner Kämpfe / Steig, Reinhold (Public Domain)

England- freundliche Anekdoten. 351 
nisse voraus, als Kleist, oder ein anderer seiner preußischen 
Freunde, haben konnte. Sie sind auch der Sprache nach 
nicht Kleist zuzuschreiben. Alle drei haben das gemeinsam, 
daß sie für den kranken englischen König, der der napoleonischen 
Presse fortgesetzt als Stichblatt diente, Stimmung machen 
sollten. Sie stimmen darin überein mit den „Erinne⸗ 
rungen aus der Krankheitsgeschichte des Königs von England“ 
in Nr. 75 und einigen anderen sich mit englischer Politik be— 
schäftigenden Artikeln. Diese Stücke haben entweder keine 
Unterfertigung oder die Zeichen F oder 75. Die letzteren 
aber kennen wir als die Ompteda's. Ich vermuthe, daß auch 
die drei Anekdoten den Abendblättern von Ompteda zuge— 
kommen sind. Ich sehe hier von der Mittheilung der drei 
Texte ab 
6. Der verlegene Magistrat. 
„Eine unerschöpfliche Anekdotenquelle mußte für Kleist's 
Abendblätter die Unmasse von Geschichten sein, die von Mund 
u Munde damals umliefen. Aber diese allerreichste Quelle 
ist litterarisch heute beinah unfaßbar für uns. Für eine 
größere Anzahl der Anekdoten, die so entstanden sind, wird 
danach ein⸗ irgendwie beschaffene litterarische Herkunfts— 
bestimmung, wie sie vorhin gegeben werden konnte, ganz un— 
möglich bleiben. Nur einem günstigen Zufall dürften wir 
erwünschte Ausnahmen zu danken haben. 
Dies ist, wie ich zeigen will, bei der Anekdote vom ver⸗ 
legenen Magistrat der Fall. Sie steht im 4. Abendblatt, 
vom 4. October 1810 mit dem Zeichen 52, und ist nach 
r vom General Hulin (oben S. 341) die erste größere 
nehote der wir in Kleist's Zeitung begegnen. Ich sage 
ein Resultat voraus: die ursprüngliche Niederschrift wird 
von Arnim sein, die Ueberarbeitung ist von Kleist.
	        
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