B Adam Müller über König Friedrich II. 11
Positionen enthalten sind. Ja selbst die Grundlinien für die
Schrift „Ueber König Friedrich II.“ werden bereits in den
Elementen sichtbar. Vornehmlich behandelt Müller in dieser
das Wesen, die Bedeutung und die Nothwendigkeit des wahren,
der Idee seiner Bestimmung treu gebliebenen Geburtsadels.
Der Bauernstand sei, der ewigen Natur der Dinge nach, nichts
anderes als die erweiterte Familie des Adels. Noch habe die
herrschende, staatswirthschaftliche Anglomanie das heilige Princip
der monarchischen Construction aller Continental⸗Landwirthschaft
bei uns nicht umstoßen können. Müller redet einer neuen ständi⸗
schen Verfassung nationaler Natur das Wort. So lange
sie fehle, hänge es allein von dem Talente des Staatsmannes
ab, wie er sich stellen wolle: ob unten in der Masse; ob etwas
weiter hinauf, wo die Geschäfte nur mit der Sorge um die
Stunde abgemacht würden; oder ganz oben, wo keine Ge⸗
brochenheit und Zerbrochenheit mehr stattfinde und alles ideen⸗
weise und im Zusammenhange erscheine: „So stand Friedrich,
ob durch sein Schicksal, ob durch sein Genie, ist gleichgültig.
— Das was an der Administration Friedrich's zuerst ins
Auge fällt, ist, daß es keinen Premierminister giebt, daß
Friedrich sein eigener Premierminister ist.“ Mit welchem Ge⸗
fühle mußten Adam Müller und sein politischer Kreis die
Ernennung Hardenberg's zum Premierminister, zum Staats⸗
kanzler, aufnehmen!
Adam Müller kam im Frühjahr 1809 von Dresden nach
Berlin zurück, mit vom Minister Altenstein ihm eröffneten
Aussichten, im preußischen Staatsdienste Verwendung zu finden.
Die bevorstehende Rückkehr des Königlichen Hofes aus Königs⸗
berg, die Neuordnung des erschütterten Staates, die geplante
Gründung der Universität locte ihn und viele andere Männer
in die Hauptstadt. Weihnachten 1809 hielten die Königlichen
Majestäten in Berlin ihren Einzug. Und nun erschien auch