Path:
Zweites Capitel. Politik

Full text: Heinrich von Kleist's Berliner Kämpfe / Steig, Reinhold (Public Domain)

104 
2weites Capitel. A 
Finanz-Edict vom 27. October) auf Preußen übertragen 
werden sollte, zog ich den Kürzeren.“ 
Die Verhinderung eines seiner Artikel wenigstens 
läßt sich noch bestimmt aufweisen. In seinem Schlußwort 
über Kraus, vom 24. November 1810, hatte Adam Müller 
in Aussicht gestellt, er werde ehestens wieder eine andre „ge⸗ 
lehrte Autorität“ einer solchen kurzen und strengen Betrachtung 
unterziehen (oben S. 64). Es wurde nichts daraus. Ich glaube, 
daß Friedrich Buchholz' Schrift über den Geburtsadel, die gegen 
die „Feudal-Aristokratie“ gerichtet war, auf das Korn ge—⸗— 
nommen werden sollte. Gentz drängte damals in Briefen 
Adam Müller immerfort dazu. Solch eine kurze und strenge 
Betrachtung über Buchholz findet sich nun in den Ver— 
mischten Schriften wieder, den als das „Haupt der gegen⸗ 
wärtigen politischen Litteratur“ Müller mit dem ganzen Ge⸗ 
wicht seiner Beweisführung zu erdrücken sucht. Buchholz aber, 
als Schriftsteller, gehörte damals zu den Leuten, die Harden⸗ 
berg begünstigte. 
So wurde der Geist der Abendblätter, seit dem Arrange— 
ment mit Raumer, thatsächlich umgeändert: durch officiöse Be— 
theiligung und durch Censurverbote. Die letzteren aber waren 
für Kleist das schädigendste und empfindlichste Mittel, das an— 
gewendet werden konnte. Die Abendblätter sanken rapid in 
ihrem Werthe. Für Kleist war der Anfang vom Ende da. 
8. Erneute Verhandlungen und Verwickelungen mit 
der Staatskanzlei. 
Wie Kleist unter den nun folgenden Verwickelungen litt, 
und wie er sich mit aller Kraft gegen das Unterliegen an⸗ 
stemmte, davon reden uns die zahlreichen Schriftstücke, die als
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.