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Gutzkow und Willibald Alexis

Full text: Gutzkow-Funde / Houben, Heinrich Hubert (Public Domain)

Gutzkow und Willibald Aleris. 
„Heimatskunst“ auf der einen, die „Vorherrschaft Berlins“ 
auf der andern Seite — um diese beiden Schlagwörter wogte 
jüngst die litterarische Fehde. Da ist es wohl nicht unangebracht, 
einer litteratur⸗geschichtlichen Erinnerung Raum zu geben und 
nachzufragen, was sich vor Jahren ähnliches begeben. Willi— 
bald Alexis und Karl Gutzkow sind die Namen, an die 
sich diese Erinnerung anknüpfen soll. Seit jungen Jahren in 
Berlin heimatsberechtigt, mit seinem ganzen Wesen und Wirken 
die schlesische Geburt vergessen machend, ist Willibald Alexis 
der Entdecker der märkischen Landschaft geworden; der 
Roman „Cabanis“ (1832) hat zuerst seinen Zeitgenossen für 
die Poesie der vielgeschmähten „märkischen Streusandbüchse“ 
die Augen geöffnet, und sein Verfasser verdient daher wohl, 
daß besonders das Berliner Lesepublikum noch hin und wieder 
seiner gedenkt und diese Pietät nicht der Litteraturgeschichte 
allein überläßt. Diese hat kürzlich mit der Neuveröffentlichung 
der Alexisschen „Erinnerungen“ durch deren Herausgeber Dr. 
Max Ewert einen Teil ihrer Schuld endlich abgetragen. 
Anders ist es mit Karl Gutzkow. Er ist ein geborner 
Berliner. In dem düstern Gebäude am Kastanienwäldchen, 
der heutigen Akademie, hat seine Wiege gestanden, und seine 
Berliner Erziehung hat er nie verleugnet. Er hat diesen seinen 
Jugendtagen ein litterarisches Denkmal gesetzt, das nicht über— 
gangen werden darf, wenn von „Heimatskunst“ die Rede ist.
	        
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