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Dramatische Entwürfe

Full text: Gutzkow-Funde / Houben, Heinrich Hubert (Public Domain)

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ist keine ungewöhnliche Erscheinung und außerdem war sie 
hier durch die Sage vom Tode Julians gegeben. Bei Gutzkow 
tritt sie allerdings in ganz besonders anffallender Weise hervor.“) 
Seiner charakteristischen Neigung, Aktschlüsse durch eine „epi— 
grammatische“ Wendung zuzuspitzen, kam hier die Geschichte 
entgegen. 
Hierauf folgt dann der Entwurf des ersten Aktes und 
die Einleitung des zweiten: 
Erster Akt. 
Seene: Konstantinopel oder Antiochia? 
1. Eusebia, die Gemahlin, die Wittwe Konstantius', die 
Retterin Julians. Prokopius. 
Warum, o Fürstin, noch immer traurig? Hat nicht der 
alte Glaube gesiegt? Wird nicht Julian, dem Du das Leben 
rettetest, Dein Vetter und Freund, Dir seine Hand reichen? 
Ich finde, daß er zwar fest an seinem Vorhaben hält, doch 
fehlt ihm die sichere, feste Ueberzeugung von seinem Siege. Er 
schwankt und zögerti er duldet Christen wie Jovianus in seiner 
Nähe. 
Er hofft, sie zu überzeugen. Euer Schmerz ist ein anderer. 
Ihr seht sein Versprechen, Euch zum Weib zu nehmen, nicht 
gelöst. 
2. Theodora und Hyppolytos, Priester des Trophonius, 
kommen aus Böotien, aus der Höhle des Trophonius. 
Man meldet das Kommen des Kaisers. Sie treten zurück. 
3. Julian mit Jovian, der im Geheimen Christ. Gesandte 
der Perser. Hormisdas, der Flüchtling. Die Religion des 
Ormuzd. Licht. Helios. Die Götterlehre. Daß jeder Gott 
ein Symbol sei und in seiner Wesenheit gleiche Bedeutung 
hätte mit Dem, was er bedeutet. Man übergiebt ihm goldene 
Statuen der Minerva. Hat sie in der Hand. Da ertönen 
Gesänge der Christen. 
Woher? Es ist verboten. 
*) S. meine „Studien über die Dramen Karl Gutzkows. 1. Hinter— 
lassene Dramen-Entwürfe. 2. Ein weißes Blatt.“ Jena, Verlag von 
Herm. Costenoble.
	        
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