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Karl Gutzkow und das Judentum

Full text : Gutzkow-Funde / Houben, Heinrich Hubert (Public Domain)

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hatte berichtet, daß Jacoby in Berlin hochgeachtet sei, dabei
aber gleichzeitig an seine geheimnisvolle Schweizer Reise er⸗
innert. Nr. 231 desselben Blattes ergänzte dazu, daß Jacoby
„mit vollen Segeln der Redaktion, des von Jarcke begründeten
Berliner politischen Wochenblattes zusteure,/ und aus einer
Warnung des „Telegraphen“ von 1838 (Pr. 62) geht hervor,
daß Jacoby schon zu dieser Zeit als „Lektor“ wie es amtlich
heißt, bei einem offiziellen Nachrichtenbureau eine Anstellung
gefunden, wo er die Aufgabe hatte, die Minister von den
Journalneuigkeiten zu unterrichten. Gutzkow hebt mit Beziehung
auf eine heftige Polemik in den „Blättern für litterarische
Unterhaltung“ das Bedenkliche hervor, diesen Mann, der durch
seine amtliche Thätigkeit so gefährlich werden könne, durch An—⸗
griffe noch mehr zu reizen, ließ es sich aber selbst nicht nehmen,
in Nr. 91/92 des „Telegraphen“ unter dem Pseudonym „Leon⸗
hard Falk“ über Jacobys eben erschienene Broschüre „Frevel
der Revolution“ ein strenges Gericht zu halten u9). Jacoby
nannte sich hier „eine jener edlen Persönlichkeiten, welche die
Stütze des Thrones sind und bleiben werden“ und erging sich
in den maßlosesten Schimpfreden gegen die „Gassenjungen“,
d. h. alle Gegner der Regierung. Eine ähnliche Pamphletschrift
veröffentlichte er 1838 unter dem Titel „Stimme aus Berlin“
(. Telegraph Nr. 102. Karl Rosenkranz, der Königsberger
Professor und Freund Gutzkows schrieb darüber 1838 in sein
Tagebuch!29): „Unter allen Renegatengestalten ist doch wol
die des Joösl Jacoby (der hier in der Vorstadt Brandenburg
geboren sein soll) die widrigste. Dieser Jude, der früher im
radicalsten Liberalismus machte, dann Haller's Restaurations⸗
theorie in psalmodirende Verse brachte, haranguirt jetzt als
“eine Stimme aus Berlin“ die Rheinländer und Westfalen,
doch ja katholisch und preußisch, päpstisch und monarchisch zu
bleiben; declamirt von der Zerstörung der Religion durch die
Philosophie und ist überzeugt, daß zum Heil der Menschheit
ein Theil immer katholisch bleiben müsse. In den Noten zu
            
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