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mehr kläglich sind die „Klagen eines Juden“, wie sie sich nennen.
Sie sind der Ausdruck des Schreckens und der Zerrissenheit,
die an ähnliche Gemüthszustände einer geistigen Nachbarschaft
erinnern, und dem Gefühle des Juden durchaus fremd. Sie
haben deshalb bei Allen, die sich noch im organischen Lebens⸗
unseres Volkes rüstig bewegen, einen abstoßenden, widerwärtigen
Eindruck hinterlassen, der zum feierlichen Protest gegen sie auf—
fordert. Der Seelenzustand ihres Verfassers darf daher nur
als ein individueller, ihm eigener, angesehen werden, als die
geistige Verfassung eines Gemüthes, dem es zwischen den beiden
Religionsheubündeln noch am zulänglichen Grunde, sich zu be⸗
stimmen und anzubeißen fehlt. Allein auch dieser — ohne
große Prophetengabe läßt sich das voraussehen, — wird nicht
lange fehlen; und es ist zu vermuthen, daß es das Bündel
sein wird, das — die wenigsten Disteln enthält, das dem
kläglichen Juden am lieblichsten zulächeln dürfte. Wir aber
sagen uns los von jeder Gemeinschaft mit dieser Kläglichkeit,
und betheuern feierlich, daß unsern Freunden und uns selbst
solche widerwärtige Empfindungen durchaus fremd sind und
abgeschmackt erscheinen.“
Ähnlich wie über die „Klagen eines Juden“ lautete das
Urteil des „Telegraphen“11) über deren Fortsetzung, die
Jacoby unter dem Titel „Harfe und Lyra“ herausgab. Durch
die Vorrede dazu, die von Schmähungen gegen die „Allgemeine
Zeitung für das Judenthum“ wimmelte, weil sie eine Besprechung
seiner „Klagen“ abgelehnt hatte, forderte er auch deren Ver⸗
dammungsurteil heraus. Sie sagte sehr wahr: ud) „Jacoby ist
kein Jude. Jacoby wird nie Christ sein. Beides im wahren
Sinne des Wortes. Jocoby besitzt keine Religion, keine
Wahrheit, keine Treue. — Nur das hat er und will er, was
Genuß und Pläfier macht und schafft.“ Dieses Urteil ist be—
zeichnend genug.
Aber der von beiden Parteien Verleugnete machte gleich—
wohl seinen Weg. Schon Nr. 16 des „Phönix“ von 1837