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Molières "Tartüffe" und Gutzkows "Urbild des Tartüffe". Eine antikritische Studie

Full text: Gutzkow-Funde / Houben, Heinrich Hubert (Public Domain)

Molioeͤres „Tartüffe““ und Gutzkows „Urbild 
des Tartüffe“. 
Fine antikritische Studie. 
Was die Kritik gesündigt hat, muß sie auch wieder gut 
machen. Dieser Grundsatz, dessen Befolgung nur die Gerechtig— 
keit gebietet, soll als Motto dienen für eine Abhandlung, die 
vielleicht manchem auf den ersten Blick zu sehr als post festum 
erscheinen mag, im Grunde diesen Vorwurf aber nicht verdient. 
Im Jahre 1861 schrieb Paul Lindau eine Abhandlung über 
Gutzkows 1845 erschienenes Lustspiel „Das Urbild des Tar— 
tüffe“ (für die, welche es nun einmal so wollen, auch etwas 
post festum —), in der er die etwas komisch klingende Be— 
hauptung aufstellte, daß Gutzkow Molières „Tartüffe“ über⸗ 
haupt „nicht gelesen“, es „höchstens oberflächlich durchblättert, 
geschweige nun das Leben dieses unglücklichen Menschen 
Molires] selbst und seine Zeit studirt“ habe. Handelte es 
sich um eine Tageskritik, die ebenso schnell verschwindet, wie 
sie erscheint, so dürfte eine Beleuchtung derselben einem Kampf 
gegen Windmühlen ähneln. Jene Kritik des damals noch 
jugendlich-berserkerhaften Lindau aber lebt noch in den „Litte⸗ 
rarischen Rücksichtslosigkeiten“ (3. Aufl. 1871) fort, erhebt also 
den Anspruch einer litterarhistorischen Studie und zählt zu 
den wenigen Werken, die als „Litteratur“ über das Haupt 
der Jungdeutschen erschienen sind. Deshalb ist ihre Wirkung 
noch nicht erloschen, wenn auch der Verfasser vor dem Schöppen⸗
	        
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