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II. Aus Adelbert von Chamissos Berliner Jugendzeit

Full text: Aus Chamissos Frühzeit / Chamisso, Adelbert von (Public Domain)

Du bedarfst auch wohl meiner Briefe und 
ich — ich muß heute an Dich schreiben. Denn 
Kummer nagt und Langeweile lastet und ich 
sehne mich nach dem Freunde, nach Dir, und 
habe niemand, so rein niemand. Die Stube 
ist so öde, so leer, so dunkel! 
Siehe, mein Verhältnis zu Augusta war 
(ich sag' es Dir) so ruhig klar, so tröstend, so 
schön, so rein wie der Strahl des Sternes 
und nun, Louis, nun muß das aufgehoben 
werden und warum aufgehoben? Warum? — 
Sowie die Parole ausgegeben war, ging ich 
auch zu ihr, ich lehrte sie Französisch, die Lehr— 
stunde war ernst, und Lehrer und Lehrling 
heiter. Dann lasen wir gemeinsam, sprachen 
von der Dichtung und der Welt und dem 
Menschen und solcherlei Weise kam die Stunde 
des Mittagsmahls, das ich dort zu genießen 
mir nach und nach angewöhnt hatte. Dann, 
wenn es schön war, gingen wir wohl manche 
Meile auf und ab im engen Gange des kleinen 
Blumengartens spazieren, bis die Sterne zu 
funkeln anfingen und waren frei und traulich
	        
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