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IV. Chamisso und Helmina von Chézy

Full text: Aus Chamissos Frühzeit / Chamisso, Adelbert von (Public Domain)

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ein von diesen ausgesuchtes reiches Mädchen 
ehelichen; er widerstand; doch vermag man 
nicht zu sagen, ob seine Weigerung etwa darin 
begründet war, daß Liebesbande ihn ander— 
weitig fesselten. Frankreich aber, wo ihn später 
auch die Allerweltssirene, Frau v. Stasl, für 
kurze Zeit in ihre Netze zu ziehen wußte, wurde 
der Schauplatz des folgenden Liebeshandels. 
Dort, während der Winterszeit in Paris, 
zum Sommer in Montmorench, lebte eine 
deutsche Schriftstellerin: Helmina v. Chézy. 
Dichterin) war sie schon in dritter Generation, 
ihre Großmutter war die „berühmte“ Karschin, 
die schneller Verse schrieb, als andere Prosa; 
ihre Mutter Karoline Luise v. Klencke, die, an— 
geregt durch die Edition der mütterlichen 
Poesien auch schüchtern den Pegasus bestieg. 
) VBgl. dagegen das grausame Wort Wilh. Grimms 
an Görres 1811 (Briefe II. 229): Die Übersetzungen 
der Chézy seien eben so schlecht als ihre eigenen Ge— 
dichte; „die Poesie der Frauen stiftet doch wenig Rechtes 
und Gutes und so muß es eigentlich der Karschin zu— 
geschrieben werden, daß ihre Enkelin sich einbildet, eine 
Dichterin zu sein.“
	        
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