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Full text: Erinnerungen aus meinem Leben / Strantz, Ferdinand von (Public Domain)

Direktor der Königlichen Oper zu Berlin. 225 
IV. 
1884—1885. 
Aufführung Richard Wagner's „Walküre“. Emil Götze. Kaiserin von Rußland 
Maria Feodorowna. Fräulein Leisinger. Ersatz für Marianne Brandt. Mierzwinski. 
Neßler's „Trompeter von Säckingen“. Prag. Marie Renard. Paul Heyse's 
Alkibiades“ im Königlichen Schauspielhaus in Szene gesetzt. Tod des königlichen 
ßausministers Grafen Schleinitz. Vorstellungen auf Allerhöchsten Befehl im König— 
üchen Palais und im Königlichen Schloß. Zusammentreffen in Paris mit meinem 
Chef, seiner Gemahlin und seinem Sohne Georg. Gemeinschaftlicher Besuch in 
mehreren Theatern. Versailles. Wien. Gastein. „Der Kurmärker und die Picarde“ 
mit Komtesse Agnes Lehndorff und Herrn von Below. Tod des königlichen Hof— 
schauspielers Berndal in Gastein. Kaiser Joseph und Kaiserin von Oesterreich in 
GBastein. Fräulein Renard's Engagement. Erkrankung des Herrn General⸗Inten— 
danten von Hülsen. Richard Wagner's „Siegfried“ im Königlichen Opernhause 
1884 hieß es, Wagner's „Walküre“ endlich zur Auf— 
führung zu bringen. Neben den Proben zu einer musikalisch⸗ 
deklamatorischen Aufführung im Königlichen Schloß 
zur Feier des Geburtstages des Kaisers hielt ich gleich— 
zeitig ääglich Proben einzelner Akte der „Walküre“ ab. 
So gelang es mir, dieses Musikdrama am 7. April 1884 
den Berlinern im Königlichen Opernhause zum ersten 
Male vorzuführen. Die Besetzung war, ich darf wohl 
sagen, großartig. Die Herren Niemann, Betz und Fricke, 
die Damen von Voggenhuber, Sachse-Hofmeister, Lilli 
Lehmann bildeten mit den stimmbegabten Solistinnen, 
welche die Walküren darstellten, ein unvergleichliches 
— 
nahme. Dieser Erfolg des schwierigen Unternehmens war 
für Herrn von Hülsen eine glänzende Genugthuung. 
Leider war der Feuerzauber gegen meinen Willen ein 
Feuerlärm geworden, der den in der Vorstellung an— 
wesenden Polizei⸗Präsidenten von Madai veranlaßte, die 
Königliche General-Intendantur aufzufordern, bei den 
ferneren Aufführungen der „Walküre“ mehr Feuerwehr— 
seute ins Opernhaus kommandieren zu lassen. 
Strantz, Erinnerungen.
	        
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