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VII. Kapitel. Leitung der Leipziger Stadttheater im Verein mit Friedrich Haase. 1870-1876

Full text: Erinnerungen aus meinem Leben / Strantz, Ferdinand von (Public Domain)

Julius Hofmann und Heinrich Laube. 169 
Direktor Laube hatte seine Erfahrungen mit ihm machen 
müssen. Als gewissenhafter Beamter war Hofmann ge— 
zwungen, die Interessen des Rates in Theaterangelegen- 
heiten wahrzunehmen, insbesondere den Wünschen des 
Bürgermeisters Koch nachzukommen. Letzterer konnte 
das barsche Wesen Laube's nicht ertragen, was zur Folge 
hatte, daß diese beiden harten Köpfe sich schroff gegenüber— 
standen. Auch mit Vertretern der Presse und einigen 
Künstlern geriet Laube in Spannung. Dazu kam der 
Streit wegen einer vom Rat verlangten Reparatur am 
Plafond, die den nötig gewordenen Theaterschluß be— 
dingte, wofür Laube nicht entschädigt werden sollte. Alle 
diese Mißhelligkeiten verstimmten den verwöhnten ehe— 
maligen Hofburg⸗Theaterdirektor und veranlaßten ihn, um 
Enthebung von seinem Kontrakte zu bitten. 
Ich habe mit Hofmann immer auf freundschaftlichem 
Fuße gestanden und mehr oder weniger bin ich der Urheber 
seiner glücklichen Carriere gewesen. Seine sehr erhebliche 
musikalische Bildung, seine Fähigkeit, den Wert und die 
Bedeutung musikalischer Werke richtig zu beurteilen, seine 
Gewandtheit im Umgang mit Künstlern, waren Vorzüge, 
die mich veranlaßten, Hofmann zur Aufgabe seiner 
Stellung zu bestimmen und ihn in diejenige Sphäre zu 
drängen, in welcher er für die Kunst etwas leisten konnte. 
Hofmann trat im Jahre 1873 von seiner Stellung 
als Hausinspektor zurück. Er gründete in Leipzig eine 
Agentur für Theatermusik, sowie ein Konzert-Institut. 
Später erwarb er sich durch die Eröffnung der Monats— 
Oper in dem von mir im Jahre 1879 angekauften Carola⸗ 
theater in Leipzig so viel Anerkennung, daß man ihm die 
Leitung des Stadttheaters in Köln a/Rh. anvertraute. 
Er gehört heute unbedingt zu den berufensten Theater— 
direktoren.
	        
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