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VI. Kapitel. Meine erste Wirksamkeit an den königlichen Theatern in Berlin. 1868-1870

Full text: Erinnerungen aus meinem Leben / Strantz, Ferdinand von (Public Domain)

140 Geburtstag des Königs. Heinrich Laube. 
Palais Ihrer königlichen Majestäten statt. Begonnen 
wurde dieselbe mit dem Einakter „Die Veilchen“ in vor— 
züglicher Besetzung. Die Kaiserin wünschte in diesem Lust— 
spiel die Mitwirkung einiger Opernmitglieder und zwar 
der Damen Grossi und von Asten und der Herren Niemann 
und Betz. Durch einige passende Einschaltungen in den 
Dialog einer der Szenen wurde der Uebergang zu den 
befohlenen gesanglichen Vorträgen in unauffälliger Weise 
von mir hergestellt. Ein glänzender Erfolg lohnte den 
glücklichen Einfall der Kaiserin. Unter Luguet's Direktion 
folgte Scribe's Komödie „Etre aimé ou mourir“. Zum 
Beschluß wurde Offenbach's einaktige Operette „Das 
Mädchen von Elizonda“ mit Frau Lucca und den Herren 
Woworski und Salomon aufgeführt. 
Für mein Repertoire trat demnächst dadurch eine 
Schwierigkeit ein, daß Frau Jachmann von einem Schlag— 
anfall befallen worden war, der sie zwang, sich nicht nur 
krank zu melden, sondern auch an ihren Rücktritt von der 
Bühne zu denken. Für sie wurde Fräulein Ehrenbaum 
für einige Gastspielabende engagiert. Zwei reizende Er— 
scheinungen und damals schon liebe Schauspielerinnen, 
Fräulein Kühle und Fräulein Clara Meyer, gastierten mit 
Erfolg. Auch der leider zu früh verstorbene Herr Krause 
machte zu jener Zeit den kühnen, aber sicheren Sprung 
vom Leipziger Stadttheater ins königliche Schauspielhaus. 
Auf ihn bezieht sich der in Faksimile beigefügte Brief Hein— 
rich Laube's, welcher damals die Direktion des Leipziger 
Stadttheaters inne hatte. 
Getreu dem Erfahrungssatze, daß die Kunst, um zu 
bestehen, auch nach Brot gehen müsse, ließ es sich Herr 
General-Intendant von Hülsen angelegen sein, neben der 
Förderung der rein künstlerischen Zwecke auch für die Auf— 
bringung der zur Erhaltung der Theater erforderlichen
	        
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