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Band No. 48 (336), 21. Mai 1881

Volltext : Vorlagen für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Berlin (Public Domain) Ausgabe 1881 (Public Domain)

Gedruckt  bei  Jnlins  Sittenseld  in  Berlin.

M  48.
(336.)

Vorlage
für  die
Stadtverordilkteii-Versammlung  zu  Berlin.

33«.  Vorlage  (J.-Nr.  202.  B.  V.  1.),  betreffend  den  Erläuterungsbericht ­
  und  Kostenüberschlag  zur
Skizze  für  den  Neubau  einer  Gemeinde-Doppelschule ­
  in  der  Thurmstraße.
Der  Stadtverordneten-Bersammlung  verfehlen  wir  nicht,  im  Anschluß
an  unsere  Vorlage  vom  7.  d.  M.  —  J.-Nr.  202  B.  B.  I.  —,  betreffend ­
  die  Skizze  zum  Neubau  einer  Gemeinde-Doppelschule  aus  dem
städtischen  Grundstück  an  der  Thurmstraße,  einen  Erläuterungsbericht,
sowie  einen  mit  414  500  Jl.  abschließenden  Kostenüberschlag  in  den  Anlagen ­
  ergebenst  zu  übersenden.
Berlin,  den  18.  Mai  1881.
Magistrat  hiesiger  Königl.  Haupt-  und  Residenzstadt,
gez.  von  Forckeubeck.
Erläuterungsbericht
zur  Skizze,  betreffend  den  Bau  einer  Gemeinde-Doppelschule  in  der
Thurmstraße  in  Moabit.
Das  zum  Bau  des  Schulgebäudes  bestimmte  Grundstück  liegt  in
dem  sogenannten  kleinen  Thiergarten  an  der  Thurmstraße  zwischen  den
Straßen  Nr.  13  ck.  und  14  ä.  der  Abtheilung  VIII.  des  Bebauungsplanes
und  hat  eine  Größe  von  6  355  gm.
Nach  dem  Programm  der  Schul-Deputation  soll  das  Gebäude  eine
Doppelschule  für  Knaben  und  Mädchen  mit  je  10  Klassen  werden,  eine
gemeinschaftliche  Aula,  je  ein  Amts-  und  ein  Conferenzzimmer  enthalten,
nebst  je  einer  Rector-  und  Schuldienerwohnung.
Bei  dem  Projecte  ist  auf  Abzweigung  eines  Grundstückes  für  eine
anderweitige  Verwerthung  derart  Bedacht  genommen,  daß  zum  Schulgrundstück ­
  ein  Areal  von  5  200  gm  neben  dem  fiscalischen  Terrain,  aus
welchem  das  Gymnasium  erbaut  wird,  verwandt  wird  und  somit  ein  Restgrundstück ­
  von  ca.  1  150  gm  verbleibt.

Die  Form  des  Grundstücks,  die  Lage  des  nebenstehenden  Gymnasiums ­
  sowie  die  Absicht,  das  Restgrundstück  möglichst  groß  zu  lassen,
haben  dazu  geführt,  von  der  üblichen  Grundrißdisposition  mit  durchweg
seitlichen  Corridoren  abzuweichen,  weil  letztere  naturgemäß  eine  größere
Längenausdehnung  des  Gebäudes  erfordert.
Es  ist  deshalb  die  mehr  concentrirte  Anlage,  wie  sie  die  Skizze  giebt,
gewählt  worden.
Wegen  der  landschaftlichen  Lage  und  —  da  auch  das  benachbarte  Gymnasium ­
  mit  einem  Vorgarten  versehen  ist,  ist  die  Anlage  eines  kleinen
Vorgartens  projectirt.  Die  Anlage  von  Vorgärten  ist  im  Bebauungsplan
  vorgesehen.
Das  Schulgebäude  enthält  ein  Erdgeschoß,  zwei  Rector-  und  zwei
Schuldienerwohnungen,  zwei  Amtszimmer  für  die  Rectoren  und  zwei  Con>
ferenzzimmer.
Im  1.  und  2.  Stockwerke  befinden  sich  je  12  Klassen  und  im
3.  Stockwerke  sind  noch  10  Klassen  und  eine  gemeinschaftliche  Aula  vorhanden. ­
  Es  ergeben  sich  demnach  34,  d.  h.  2  Klassenräume  mehr,  als
nach  dem  Programm  verlangt  waren.
Die  Turnhalle,  dem  Normalprojecte  entsprechend,  ist  mit  ihrer  Längsaxc
  in  der  Mittelaxe  des  Schulgebäudes  projectirt,  so  daß  dadurch  die
Trennung  von  Knaben-  und  Mädchenhof  auf  einfache  Weise  erzielt  wird.
Die  Abtrittsgebäude,  an  die  Turnhalle  mit  ihren  Giebeln  rechts  und
links  anstoßend,  liegen  mit  ihren  Rückwänden  an  der  südlichen  Grenze  des
Grundstücks.
Sämmtliche  Gebäude  sind  im  Ziegelrohbau,  das  Schulgebäude  mit
Anwendung  von  einfachen  Terracotten  gedacht.
Die  Erwärmung  der  Schulräuine  soll  mittelst  Warmwasserheizung,
die  der  übrigen  Räume  mittelst  Ofenheizung  erfolgen.
Die  Kosten  der  gesammten  Anlage  sind  überschläglich  auf  414  500  oü.
veranschlagt.
Berlin,  den  16.  Mai  1881.
Der  Stadtbaumspector,
gez.  Reich.

Berlin,  den  21.  Mai  1881.

Der  Stadtverordneten-Vorsteher.
Dr.  Stratzmann.
            
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