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Verbot des Wahrsager

Full text: Der Wahrsager / Consentius, Ernst (Public Domain)

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glöcklichen Dienst zu erlangen, nicht sinken; 
denn es kann aus einem Studenten, wenn er 
gleich verdorben scheinet, alles werden, und man 
hat Exempel, daß aus Studenten Hofräthe ge— 
worden sind. Ueberdieß ist diese einer meiner 
besten Tugenden, daß ich niemals müßig seyn 
kann; deswegen ich zur Z it die Viehzucht, und 
den Garten- und Feldbau zu treiben angefangen; 
dabey ich aber meine Hausverrichtungen nicht ver— 
absäume; denn ich überrechne des Tages wohl 
zwanzig mal den aus der Aussat zu hoffenden 
Nutzen, schlage solchen in Gedanken zu Gelde, und 
ziehe meinen Aufwand davon ab. Ich schreibe 
alles fleißig auf, was ich an Eßwaaren im Vor— 
rath habe, und lösche aus, was mir daran ab— 
gegangen ist. Kurz, ich bin mit Recht dem be— 
schäftigten Müßiggänger zu vergleichen. Ich bemühe 
mich im Ernste, meine unterhabende zu allem 
Muthwillen geneigte Jugend, nach meiner Art und 
Sitten, zu ziehen; und was nicht wie ich werden 
will, das züchtige ich, darum, weil man meiner 
Jugend auch nicht geschonet, und ich noch Geld 
dazu geben mußte. 
Hier haben Sie also einen Abriß meiner 
Person, meines Standes und Verstandes, meiner 
Gelehrsamkeit, meines Bemühens und meiner Ver—
	        
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