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III. Gedichte

Full text: Neue Kunde zu Heinrich von Kleist / Steig, Reinhold (Public Domain)

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So ist das anfängliche Kriegslied der Deutschen zu einem 
Gedichte der Freiheitskriege geworden, das als solches 
auch in Berlin seine Wirkung that. Das Kriegslied 
wurde zum Jahre 1814 bekannt. Am 24. Januar 
1814, dem Geburtstage Friedrich's des Großen, feierte 
die christlich-deutsche Tischgesellschaft, der Kleist 1811 an— 
gehört hatte, ihr Stiftungsfest; bei Tafel wurde ein 
von Arnim verfaßtes Gedicht gesungen, das im Preußischen 
Correspondenten Nr. 14, vom 26. Januar 1814, gedruckt 
ist. Ich eitire, es fehlt noch den Schriften Arnim's, 
zwei Strophen; die siebente: 
Nahe schien, was jetzt erreicht, 
Uns beim vorgen Feste, 
Daß der Feind aus Deutschland weicht, 
Schien uns damals schon so leicht 
Und vollbracht das Beste — 
und sodann, nachdem die Zuversicht auf eine bessere Zeit 
nach dem Kriege ausgesprochen ist, die achtzehnte Strophe: 
Diese goldne künftge Zeit 
Laßt uns all erleben, 
Schwört es heut mit lustgem Eid, 
Keiner soll aus Traurigkeit 
Sich dem Tod ergeben. 
Man kann bei jener Strophe an das Kriegslied der 
Deutschen, bei dieser an Kleist's Geschick sich erinnert 
fühlen. 
Und nun abermals, ein Jahr später, erscheint drittens 
das Gedicht wieder bei Görres im Rheinischen Merkur 
und erhält hier eine neue Deutung auf die Zeit. 
Napoleon war im Frühjahr 1815 von Elba ausgebrochen. 
Haßentflammte Worte schleuderte ihm Görres im Rhei—
	        
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