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II. Briefe

Full text: Neue Kunde zu Heinrich von Kleist / Steig, Reinhold (Public Domain)

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seine verheirathete Tochter, der sich Kleist empfiehlt, seit 
1802 die Frau Theodor von Schön's, der von 1802 
bis 1806 in Berlin bei der Regierung gearbeitet hatte, 
mit Kleist gewiß also auch persönlich bekannt war (Aus 
den Papieren des Ministers ... von Schön 1,29. 39. 42). 
Er hatte wohl noch nicht erfahren, daß Frau von 
Schön am 16. August 1807 gestorben war. Uner— 
wartet ist für uns auch, daß der gleichdatirte Brief an 
Altenstein, nach Ausweis der Nachschrift, als Einlage 
zunächst an Auerswald ging, und von diesem an Alten⸗ 
stein weiter gegeben wurde. So dürfen wir mit Zuversicht 
annehmen, daß auch, worauf Kleist gewiß sehr viel an⸗ 
kam, der König und die Königin von dem Plan seines 
Phöbus Kunde erhielten. Kleist's Verbindungen reichten 
weit hinauf und waren damals noch nirgends abgerissen. 
Das auch wird ferner für Jeden, der preußische 
Beamtenverhältnisse kennt, zur Genüge bewiesen: daß 
Kleist, wie seine näheren Freunde immer behauptet haben, 
treu und tüchtig in seinem Dienste gewesen ist. Denn 
einem untüchtigen Manne, er heiße wie er wolle, bewahrt 
Niemand in Preußen ein dauerndes Interesse. Kleist, 
obwohl ausgeschieden aus dem Dienste, erfuhr dies Inter— 
esse fortgesezt von Altenstein, wie wir wissen, erfuhr 
es nun aber auch von Auerswald. In den Königsberger 
Acten ist die Urschrift der Antwort erhalten, die dieser 
an Kleist richtete (mundirt und abgesandt am 8. 1. 1808): 
An Herrn v. Kleist Hochwohlgebohren 
zu Dresden. 
Tit. 
Königsberg den 5. Jan. 1808. 
Ew. p. gefäll. Zuschrift vom 22. v. Mts habe ich zu er— 
halten das Vergnügen gehabt. Ich danke Ihnen für
	        
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