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IV. Prosa

Full text: Neue Kunde zu Heinrich von Kleist / Steig, Reinhold (Public Domain)

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Sie großmüthige Seele! möchte es mir doch ver— 
gönnt seyn, Sie nahmhaft als ein Muster weiblicher 
Herzensgüte darstellen zu dürfen! — 9) 
Um aber, mein werther Herr, Ihr warmes Interesse 
für das Flohgeschlecht noch mehr, als es durch Ihren 
Aufsatz bereits geschehen, an den Tag zu legen, und 
—DDDDD 
Geschlechts auf das gewisseste vorzubeugen — wodurch 
Sie sich in der Geschichte einen unsterblichen Namen er— 
werben würden — mögte ich ihnen?) den Vorschlag thun, 
den Damen (orzugsweise) zu erlauben, daß sie alle 
diese ihre liebenswürdigen Thierchen, statt sie zu tödten, 
lieber Ihnen zuschicken dürften, wobei Sie zugleich das 
beseligende Vergnügen genießen könnten, den lebhaften 
Dank dieser Geschöpfe für Ihre gütige Verwendung für 
dieselben, in vollem Maaße zu empfangen. 
Ich habe diesem Schriftstück gegenüber das Gefühl 
Kleistischer Diction. Dies verstärkend, weise ich auf 
einzelne Ausdrücke hin. „Gott sey Dank!“ — ebenso 
in der Bombenpost „auch in dem, Gott sei Dank! doch 
noch keineswegs allgemeinen Fall“. „Mord“, „Mord— 
thaten“ — häufiges Wort auch sonst bei Kleist, während 
in den ihn zu dem Briefe veranlassenden „Nachgedanken“ 
nur von „Todtschlag“ und „Todtschlägerinnen“ die Rede 
gewesen war. „dergestalt .. daß“. „woran ich leider 
) „Sie großmüthige Seele — dürfen“ muß man noch als 
Rede der Madame N. an Lisette fassen, das zweite „Sie“ dem— 
nach klein „sie“ schreiben. 
2) Verfteh „Ihnen“.
	        
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