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IV. Prosa

Full text: Neue Kunde zu Heinrich von Kleist / Steig, Reinhold (Public Domain)

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blätter eifrig von Kleist gelesen und benutzt worden. Ich 
habe es für die Zwecke meines vorigen Buches durch— 
genommen und gezeigt, wie Kleist sich sowohl dem 
Correspondenten als anderen Journalen gegenüber 
jede literarische Freiheit erlaubte. Das ist nun auch 
beim Briefe eines politischen Pescherü der Fall. Der 
Artikel, den Kleist im Auge hat, steht in Nr. 115 des 
Correspondenten vom 25. April 1809, S. 458, und 
lautet: 
„Aus Baiern, 283. April. Nach den so eben ein— 
gegangenen Nachrichten haben die königl. bair. Truppen, 
vereinigt mit den kais. Französischen und königl. Würtem— 
bergischen, am 19. und 20. auf der ganzen Linie von 
Freising bis Regensburg, insbesonders bei Abensberg, 
Siegenburg und Biburg, die Oestreicher angegriffen und 
total geschlagen. Se. Exz. der Marschall von Auerstädt 
kommandirte den rechten Flügel, Se. k. H. der Kron⸗ 
prinz von Baiern die Mitte, Se. Exz. der Divisions⸗ 
general Vandamme den linken Flügel. Se. Majestät 
der Kaiser Napoleon das Ganze. Das Centrum wurde 
unter Anführung Sr. königl. Hoh. des Kronprinzen von 
Baiern von den königl. baierischen Truppen gesprengt, 
12,000 Oestreicher gefangen genommen, 13 Fahnen er⸗ 
obert, und die Zahl der Todten und Verwundeten wird 
auf 13,000 angegeben. Se. Majestät der Kaiser Na— 
poleon drükte nach diesem Sieg Se. königliche Hoheit 
den Kronprinzen von Baiern, diesen jungen Helden, an 
der Spitze seiner braven Baiern an seine Brust, und er— 
theilte ihm feierlich das größte Lob eines verdienten und 
tapfern Soldaten, an die übrigen Baiern hielt er eine 
feierliche Anrede.“
	        
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