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16) [Brief vom] 1. April 1828

Full text: Ludwig Börnes Berliner Briefe 1828 / Börne, Ludwig (Public Domain)

96 — 
seyn, und komme gleich zu Dir, jedoch auf jedem Falle 
einen andern Weg, als den auf der Herreise einschlagend. 
Also schreibe mir so bald als möglich, wann Du weggehst 
und wohin? Ehe ich das weiß, kann ich keinen Plan 
machen. Der Rhein wäre mir am liebsten, wegen Ems. 
Aber es müsse in der Nähe von Mainz oder Bonn seyn, 
wegen des Calderons. *6) Wie freue ich mich auf mein 
gutes Bärbelchen. Einige Tage laß ich Dich mit der 
Guste allein, um Dich mit Dir auszusprechen. Kömmt sie 
denn nicht mit ihrer Mutter zusammen? — Bei meinen 
Abschiedsvisiten werde ich fahren, auch die Besuche nicht 
an einem Tage machen. Einpacken lasse ich von meinem 
Bedienten, werde ihm aber dabei auf die Finger sehen. — 
Wenn Du weggehst, darfst Du nicht vergessen, als von 
meinen Sachen mitzunehmen, was mir nöthig seyn dürfte. 
Erstens die Manuscripte, dann Sommerkleider, (Überrock, 
Beinkleider,) eine grüne Mütze ete. Ich überlasse das 
Deiner Beurtheilung. Auch bleibt es Deiner Entscheidung, 
ob meine Sachen in einem gemietheten Zimmer bei Worms 
bleiben sollen, oder ob Du ein Gewölbe dazu miethen 
willst. In jedem Falle mußt Du vor Deiner Abreise 
dafür sorgen, daß meine Bücher und sonstige Effecten, die 
ich nicht gleich brauche und die Du nicht mitnimmst, ge— 
hörig einpacken lässest, und zwar solcher Art, daß sie zu 
seiner Zeit versendet werden können. Was machst Du 
denn mit meinem Gelde? Und mit Deinem? Du hast 
mir darüber noch nichts geschrieben. Bedenke was Du 
thust und laß Dir rathen. — Empfehlungen von Schmidt 
nach Nürnberg, Hannover wären mir recht lieb. Thäte 
er es gern? Ich müßte für beide Orte haben, weil ich 
noch nicht weiß wohin ich gehe. Er mag dann auf einem 
offenen Papier mich mit wenigen Worten an seine Freunde 
empfehlen, deren Verzeichnis er darunter sezte. Wenn ich
	        
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