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XIV. Schmalzgebackenes, Torten, Kuchen, kleines Backwerk

Full text: Neues Berliner Koch-Buch (Public Domain)

Schmalzgebacenes, Torten, Kuchen, klleines Badwerꝛ. 181 
schaum. — Man backt wie oben, bestreicht jedoch das Eisen mit geklärter 
Butter. 
33. Zimmtröhrchen. Entweder 1 Pfund feinstes Mehl oder 
halb Mehl, halb geriebene Mandeln (diese Mischung verdient den Vor— 
zug). 250 Gr. Zucker, 4 Theelöffel Zimmt, 32.4 Eier, 128 Gr. geklärte 
lauwarme Butter und 8 Deciliter lauwarme, süße Sahne rührt man zu⸗ 
sammen zu einer sehr glatten, dickflüssigen Masse, zu welcher im Be— 
darfsfalle noch Sahne gemischt werden muß. Rasches und längertes Rühren 
macht die Roͤhrchen besonders gut. Man backe, in Ermaugelung eines 
besonderen Röhrcheneisens, im Hippen- oder auch im Waffeleisen, welches 
mit geklärter Butler ausgeschmiert wird. Man biegt die heißen Röhrchen 
über ein rundes Holz. 
Chokoladeroshrchen (vorzüglich). 250 Gr. feinstes Mehl, 
250 Gr. geridbene Mandeln, 250 Gr. Puderzucker mit Vanillegeruch, 
185 Gr. geriebene Chokolade, 8 Eier und sehr reichlich Uß Liter süße 
Sahne oder beste Milch. Im Uebrigen wie Zimmtröhrchen. 
Zur Beachtung! Will man Röhrchen oder Hippen aufbewahren, 
so gebe man sie in eine mit Papier ausgelegte Holzbüchse, verschließe 
dieselbe und lasse sie an einem trockenen, warmen Orte stehen, damit fie 
spröde bleiben. Auch ein zugebundenes Körbchen ist geeignet. 
35. Vorzüglicher Marzipan. Zucker und Mandeln nimmt 
man gleichschwer und mischt zu jedem Pfunde Mandeln 25 Gr. bittere. 
Die Mandeln werden mit heißem Wasser gebrüht und von der 
braunen Haut befreit, worauf man sie, auseinander gelegt, an der Luft 
trocknen läßt. Dann werden sie auf dem Reibeisen oder in einer wie 
Mehl reibenden Mühle gerieben und ebenso wie Zucker gesiebt. Wenn 
Be des gut gemischt ist, macht man mit frischem Orangenblüthen- oder 
Rosenwasser einen zarten, doch nicht zu weichen Teig davon, der sich gut 
ausrollen läßt. Das Brett wird mit Zucker bestreut, ein Theil des Teiges 
darauf genommen und nach Belieben 12-messerrückendick ausgerollt. Man 
kann davon runde Platten abstechen, die man mit einem dicker gerollten, 
je nachdem 1-2-fingerhohen Rande umgibt, der ebenso wie der“ Torten— 
rand mit Orangenblüthen- oder Rosenwasser bestrichen und leicht angedrückt 
wird. Dieser Rand wird mit dem Messer oder der Kneipzange verziert. 
Dann hebt man die Torte auf ein passendes Papier und setzt sie in einen 
kühlen Ofen, in welchem man sie mehr trocknen'als backen üßt Man hat 
darauf zu achten, daß der Marzipan aber nicht zu lange im Ofen bleibt, 
da er ganz weich und weiß bleiben muß. — Maͤn hebi sie dann auf ein 
reines Brett, sammt dem Papier, und läßt sie darauf erkalten, worauf man 
man sie mit eingemachten Früchten belegt, die zu einem schönen Strauß 
— werden. Man kann übrigens auch vom Teigreste allerlei 
lumen oder Früchte ausstechen, die man straußartig in der Mitte der 
Torte aufsetzt und leicht andrückt, damit die Anfatzuellen nicht sichtbar 
werden. Kommt es nicht darauf an, mit dem Marzipan sehr zu sparen, 
so sind solche Torten, besonders wenn man sie groß macht, weit angenehmer, 
wenn der Teig wenigstens fingerdick ausgerollt wird. 
Von beliebig ausgerolltem Marzipan lassen sich uhedi Sächel⸗ 
hen für den Weihnachtsbaum herstellen. Man kann Ringe, Brötchen,
	        
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