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Zweiter Hauptteil. Friedrich Wilhelm IV. und die Berliner Märzrevolution Zweites Kapitel. Der Ausbruch des Barrikadenkampfes und die Vorgänge im Schlosse am Nachmittage des 18. März

Full text: Deutschland, König Friedrich Wilhelm IV. und die Berliner Märzrevolution / Rachfahl, Felix (Public Domain)

Zweites Kapitel. 
Der Ausbruch des Barrikadenkampfes und die Vorgänge 
im Schlosse am Nachmittage des 18. März. 
Die Nachricht von der geplanten Demonstration der Schutz- 
kommissionen hatte, wie wir schon erwähnten, am Vormittage 
des 18. März ein zahlreiches Publikum auf den Schlofsplatz ge- 
lockt.! Militär war auf dem Platze selbst nicht sichtbar. Der 
Gouverneur v. Pfuel hatte jedoch das Schlofs stark besetzen 
lassen; sowohl in den Schlofshöfen wie auch an den Portalen 
standen beträchtliche Truppenmassen. In der Mittagsstunde 
wurde die Bekanntmachung des Magistrats in vielen Exem- 
plaren verbreitet. Die günstige Kunde erzeugte zuerst Jubel 
und Begeisterung; sie steigerten sich noch, als sich der Mon- 
arch auf dem Balkon des Schlosses zeigte. Brausende Ovationen 
wurden ihm dargebracht. Die lärmenden Szenen lockten noch 
mehr Leute herbei. Eine vielköpfige Menge füllte den Schlofs- 
platz, in der „harmlose und nichtharmlose Elemente ziemlich 
gleichmäfsig vertreten waren“. Inzwischen war auch das Patent 
des Königs selbst erschienen und wurde in der Menge verlesen. 
Es wurde, wie sich denken läfst, eifrig kommentiert; neben 
Ausdrücken der Befriedigung wurden solche des Zweifels laut. 
Je stärker die Masse anschwoll, um so mehr drängte sie sich 
an die Ausgänge des Schlosses heran, und man wurde so des 
1) Für die Ereignisse vor dem Schlosse am Mittage des 18. März 
verweise ich, was die Kritik der gegen die Sybelsche Darstellung vor- 
gebrachten Einwendungen betrifft, auf Busch S. 52 ff., dessen Ausführungen 
ich mich (bis zu dem Passus auf S. 57) anschliefse.
	        
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