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Zu den Kunstausstellungen 1900

Full text: Skizzen und Silhouetten / Hermann, Georg (Public Domain)

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Frühlingsträume .und gleich vergänglich (v. Hofmann). -. Böcklin ist der eigent- 
liche Schöpfer dieser Blütenwelt, dieser intimen, innigen Blumenfreude. Und 
durch ihn haben andere sehen gelernt — nicht botanisch, nur künstlerisch. 
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Ueber Städte, Häuser, Strassenbilder, über das Weichbild, die Eisenbahn. 
Rosigfahl und grün enteilen 
Langgestreckte Hügelrampen, 
Wo die schwachen, matten Lampen 
Blassen Nebeldunst zerteilen, 
Auf den flachen Wiesenhängen 
Liegen blutig goldne Säume; 
Niedere, abgestumpfte Bäume 
Vögel mit verlor’'nen Klängen, 
So beginnt ein Gedicht Verlaines; es könnte zu einem Bilde Gilsouls sein. 
Die Strasse ist ein breiter Streifen; 
Vom toten Bache Dünste schweifen 
Und hoffnungslose Nebel wehn; — 
Auch dann, wenn in den heitren Frühen 
Die ersten roten Schleier glühen, 
Wo gelb und schwarz die Häuschen stehn. 
Wieder Verlaine. Es könnte Monet oder Pissarro sein, so impressionistisch 
ist das Strassenbild gesehen, so fleckig, so bewegt. 
Meunier, Baluschek haben uns ein Etwas von der Poesie der Eisenbahn 
gegeben, Poesie in einem Bahnwall, in der Ueberschneidung von Schienen- 
strängen, in roten oder grünen Laternen, die um die Biegung verschwinden. 
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Hier schliesse ich. Ich wollte nur einige kleine Anregungen geben, in 
welcher Weise wir den Ausstellungen gegenübertreten sollen und wie wir 
aus der Gesamtheit der Persönlichkeiten etwas von dem herauslesen können, 
was uns heute künstlerisch bewegt. 
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