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Arnold Böcklin (1901)

Full text: Skizzen und Silhouetten / Hermann, Georg (Public Domain)

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Arnold Böcklin +. 
(1901). 
Es war Dubois Reymond, der vor Jahren gegen den verstorbenen 
Meister und seine Fabelwesenwirtschaft Front machte — nicht als Einzelner, 
nein, als Organ für Tausende. Dieser Mann der Wissenschaft behauptete 
mit gutem Recht, dass derartige Zwischenstufen zwischen Mensch und Tier 
unmöglich wären und jeden anatomischen Gesetzen einfach Hohn sprächen, 
ein Greuel in den Augen des Gebildeten. 
Heute lächeln wir darüber; aber wir machen dem exakten Gelehrten 
und dem Mann der geistvollen Spekulation keinen Vorwurf. Wir erkennen, 
dass hier zwei Welten aufeinanderprallen mussten; und in dem Kampf ist 
die Welt Böcklins ‚Sieger geblieben. In Dubois verkörpert sich der Mann 
der Wirklichkeit, der Erklärer und Deuter des Lebens, der Mann des scharfen 
Intellekts, und in Böcklin die intuitive selbstschöpferische Kraft. Der eine 
steht unter der Oberherrschaft des kühlen Verstandes, der andere unter der 
Oberherrschaft der Sinne, der heissen, zuckenden Empfindung; hier Denk- 
‘hätigkeit, dort phantastische Gestaltungsfülle. Und die Welt des einen erklärt 
sich nach allen Triumphen fallit mit einem schwermütigen Ignorabimus., 
während die Welt des anderen stärker und freudiger denn je vordem, das 
Leben bejaht, und ein Böcklin als die positiveste Persönlichkeit des neun- 
zehnten Jahrhunderts einen immer wachsenden Einfluss auf die Geistes- und 
Gefühlsrichtung gewinnt. 
ala 
Alles, was über Böcklin gesagt werden mag, über die Kraft seiner 
leuchtenden Farben, über die erschöpfende Einheitlichkeit und Intensität seiner
	        
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