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[Briefe]

Full text: Briefe von Herman und Gisela Grimm an die Schwestern Ringseis / Grimm, Herman (Public Domain)

geschickt, was ich über eine Alterscollegin Deines 
Vaters habe drucken laßen, die freilich nicht als 
Franciscanerin gestorben ist. Mich hat diese Cpisode 
Deines Buches wahrhaft gerührt und erbaut. Wenn 
der Himmel doch für Jeden eine so freundliche warme 
Stube wäre, in der man wieder jung, wie in ein 
verlassenes Elternhaus einträte, sich neben den Ofen 
setzte und ruhig abwartete, daß die Mama wieder 
zum Essen riefe wie in uralten Tagen. 
Nun, Du siehst wenigstens, daß ich ein dank— 
barer Leser bin. Noch dazu einer, der die große 
Modekrankheit auch gehabt und sich noch nicht ganz 
erholt hat. Aber ich lese wieder und denke an 
meine Frühjahrsreise. Wollen wir uns in Meran 
oder Gries treffen? Oder geht Ihr wieder in ein 
heiliges Einsiedlerhäuschen ganz für Cuch? Nun, 
es wird sich finden. 
Lcebt wohl alle Drei. 
Cuer angeborener Dutzbruder 
Den 1. Februar 1892. Hherman. 
Friedmunds zweiter Sohn, Ottmar, hat sich mit 
einer Cousine verlobt. Ich kenne sie nicht. 
Seither wird unser teurer Grimm wohl erfahren 
haben, daß der wahre himmel noch ganz etwas anderes 
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