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III. Kapitel. Clemens Brentano's Frühlingskranz 1844

Full text: Bettine von Arnim und Friedrich Wilhelm IV. / Arnim, Bettina von (Public Domain)

Clemens Brentano's Frühlingskranz. 55 
wechsel 1811 charakterifirte, da er ihn las, ihr eine Fortsetzung 
unräthlich erscheinen ließ. 
Das Wesen des Buches ist durchaus eine Erneuerung der 
Jugendzeit; mit den Kämpfen des Tages hat es nicht das Ge— 
ringste zu thun. Trotzdem widerfuhr ihm das Mißgeschick, das 
dem oben behandelten gefährlicheren Werke — gefährlich in dem 
Sinne der damals herrschenden Partei — zwar auch bereitet 
werden sollte, aber schließlich erspart blieb. 
Das Buch erschien im Mai 1844 in Charlottenburg im 
Egbert Bauer'schen Verlag. Am 24. Mai wurde es mit Beschlag 
belegt. Bettine schrieb deswegen an den König und an Humboldt.) 
Eine solche Wiederaufnahme des Briefwechsels darf man, obwohl 
der eben angeführte Brief nicht vorliegt, nicht für unwahrscheinlich 
halten. Ungeachtet des geringen Erfolges des Königsbuches — es 
hatte der von der kühnen Fürsprecherin vertretenen Sache wenig 
genützt — bestand eine gewisse Beziehung zwischen dem Fürsten 
und der Schriftstellerin fort. Zeugniß davon ist die Thatsache, daß 
zu Neujahr 1844 Bettine durch Varnhagen und Humboldt dem 
König eine Zeichnung überreichen ließ, „einen nackten Jüngling 
und ein nacktes Mädchen darstellend, an einem Baume stehend, 
in dessen Krone eine Nachtigall singt“, für die der Monarch seinen 
Dank auszusprechen wünschte, nachdem er freilich die Vermuthung 
geäußert hatte, nicht Bettine, sondern deren Töchter seien die 
Künstlerinnen.) Die Stimmung, die sie für den Herrscher hegte, 
und wie sie sie auch von der Seite des Fürsten erhoffte, 
harakterisirte sie selbst in einem Brief an Stahr 9. März 1844, 
aus dem folgende Stellen der Mittheilung werth sind: 
„Wissen Sie was, lieber Stahr. Ich habe den König 
lieb und der König hat mich wieder lieb und das ist denen 
1) Tgb. 24. Mai 1844. 
) Humboldt-Varnhagen S. 134.
	        
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