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Full text: Bettine von Arnim und Friedrich Wilhelm IV. / Arnim, Bettina von (Public Domain)

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VII. Kapitel. 
thanen Treue, seine Amts-Pflichten und seine 
Ehre gebrochen und nach göttl. und menschl. Gesetzen 
den Tod verdient. 
Er bekennt feierlich und öffentlich, daß er das Alles nicht 
blos erkenne sondern, daß er es wahrhaftig und auf— 
richtig bereue. 
3. endlich. Er bittet mich, um dieses Bekenntnisses und 
um seiner Reue willen, ihm das Leben zu schenken. 
Ich weiß Alles was Sie dagegen donnern, gnädige Frau.—. 
Es ist aber ein Donner der lauter als der Ihres Tadels 
spricht — Mein Gewissen. Begnadigen wie Sie wollen, um Nichts 
und wider Nichts ist schön und warm im weiblichen Herzen; 
bei den Männern die ein gegebnes Amt zu verwalten haben, 
ist es pure Thorheit. Man hat mich diese Thorheit im Gräuel 
Jahre 48 viel 1000fach begehen lassen und ich habe mit 
Recht, die Früchte der Thorheit geerndtet. Ich frage Sie, die 
Hand aufs Herz, Frau von Arnim, hab' ich Einen Dankbaren 
mit den vollen Gnaden-Ströhmen von 48 gemacht? und sind 
nicht Ströhme Blutes der Dank der „Gottähnlichen“! gewesen? 
Persönliche Beleidigungen kann ich umsonst vergeben und 
vergessen und thue es fast täglich. Das Antasten und Um— 
werfen der göttl. Ordnung und des Gesetzes darf ich so nicht 
vergeben. Gottes Wort verkündet Vergebung nur allein dem 
Reuigen. So und nicht anders muß nach ihrer gebundnen 
Pflicht eine Obrigkeit von Gottes Gnaden verfahren. Erfüllt 
Kinkel eigenhändig und ohne einige Auslassung und 
Zusätze die oben gestellte Bedingung und zwar ohne Allen 
Zeitverlust, so glaube ich versichern zu können, daß sein 
Leben verschont bleibt. Ich weiß nicht ob und von wem er 
vor Gericht gestellt wird, zweifle aber nicht, daß es geschehen 
wird. Darum ist Eile, große Eile nöthig. Vielleicht fetz' ich 
auch unter den angedeuteten Umständen die Contrasignatur
	        
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