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Full text: Bettine von Arnim und Friedrich Wilhelm IV. / Arnim, Bettina von (Public Domain)

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VI. Kapitel. 
die Sache in die Hand nehmen würde.!) Bettine förderte die 
Sache mit aller Energie, von der zunächst die folgenden fünf 
Briefe Zeugniß ablegen. 
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Allergnädigster König 
Ich habe nicht gehofft, noch einmal vor Euer Majestät 
erscheinen zu dürfen, aber aufgefordert durch die Stimme der 
wehevollsten Noth fühle ich, daß Alles, was mein Zutrauen 
zu Euer Majestät bisher beengte, nur ein leerer Wahn ist 
und daß ich mit Zuversicht an die Großmuth von Euer Maiestät 
wenden darf. 
Vielen Menschen sind schwere Büßungen für ihre Ver— 
irrungen und Vergehen auferlegt, die Guten tragen einen 
Theil ihrer Leiden, aus Mitgefühl büßen sie mit ihnen. 
Alles ist himmlische Buße, was die Weisheit uns auferlegt. 
In diesem Sinne legt die eigne Weisheit von Euer 
Majestät sich selber den Antheil an der Buße verirrter Un— 
zlücklichen auf, Gnade für Recht über sie ergehen zu lassen. 
Meiner jüngsten Tochter Gisela, die ich der Gnade von 
Euer Majestät emfehle, schenckte ein schwer betroffenes Mutter— 
herz das Vertrauen, daß sie nicht ohne Erfolg für den Vater 
ihrer Kinder bitten werde; möge dies sie entschuldigen, daß 
) In einer Notiz eines undatirten Briefes Bettinens (4. oder 5. August) 
wird auf ein Schreiben des Königs vom 4. Juli verwiesen, dem ein solches 
Bettinens vorausgegangen sein müßte. Ich glaube, daß diese Angabe auf 
einem Irrthum Bettinens beruht. Es ist kaum denkbar, daß schon am 8. Juli, 
denn dann müßte Bettine doch geschrieben haben, bei ihr eine Nachricht Jo— 
hannas über die am 29. Juni in der Nähe von Rastatt erfolgte Gefangennahme 
Kinkels eingetroffen sein kann. (Allerdings ist zu bemerken, daß die Spenersche 
Zeitung vom 8. Juli meldet, Kinkel sei unter den Gefangenen vom 29. Juni.) 
Außerdem macht das Schreiben vom 8. Juli durchaus den Eindruck, daß es 
das erste in dieser Angelegenheit gewesen sei.
	        
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