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Die Kehrseite von Berlin

Full text: Berlin von heut' / Lee, Heinrich (Public Domain)

Mean 
UNE U a 45 
schon im Langen See. Zwischen den 
umwaldeten Ufern steuert das Schiff 
auf eine von zwei hohen Stangen, die 
mit roten Signalbällen gekrönt sind, 
bezeichnete Einfahrt zu, und ein enger, 
schnurgerader Wasserlauf nimmt es 
nun auf. Das ist der Oder-Spree- 
Kanal, der sich bis Fürstenwalde 
zieht. Zementplatten schützen die eine 
— Faschinen von Weidengeflecht, im 
Schifferplatt „Widen‘“ geheissen, die 
andere Uferwand. Mit dem anmutigen 
Strandbild ist es vorbei. Nur niedrige 
Kiefern ragen aus dem gelben Sande, 
der braungrauen Heide trübselig 
empor. Einzig der Thymian ‘mit 
seinen rosa-violetten Punkten färbt 
hie und da den öden Teppich, und 
ein verirrter Vogel fliegt, fliehend aus 
der Verlassenheit, über das Schiff. 
Die Wernsdorfer Schleuse wird er- 
reicht, der Wasserspiegel steigt fünf 
Meter hoch, die Schleusenbeamten er- 
zählen in der neuen Gastwirtschaft von 
der Zeit, wo ihnen das Müllschiff noch 
alle Tage Botschaft von dem hei- 
Mischen Berlin gebracht hat, dann 
geht es weiter, die Ufer werden nicht 
besser, und endlich, nach fast neun- 
Stündiger Fahrt, hält das Schiff an. 
Unser Ziel, Spreenhagen, ist erreicht.
	        
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