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5. Unter dem großen Waldemar

Full text: Berlin-Kölln / Richter, Julius Wilhelm Otto (Public Domain)

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Unter dem großen Waldemar. 
Stadtschulzen gab er das Recht, auch über Juden und Edelleute zu richten, die 
doch vordem vor des Fürsten eigenes Gericht gehörten, befreite unsere ganze 
Bürgerschaft ausdrücklich von allen fremden Rechtssprüchen, hob den Niederlags— 
anspruch auf, den Oderberg an unsre Waren gehabt hatte, und verlieh unsern 
Bürgern die Vergünstigung in guten Jahren, wie das heurige ist, Korn überall 
hdin ausführen zu dürfen.) 
Solche Freiheiten — bestätigte Konrad von Borch — besitzt selbst das reiche 
Stendal, welches schon lange vor Berlin, man sagt durch Albrecht den Bären, 
Stadtrecht empfangen hat, bis zum heutigen Tage noch nicht .. Rühmen 
nüssen wir es auch, daß er unsern Städten das Dorf Rosenfelbe“) verkauft und 
hei seinem letzten Hierseins) dem heiligen Geist-Spital das Dotf Heinersdorf 
äberlassen hat. 
Und wie die ganze Gemeinde haben ihm auch einzelne Bürger viel zu ver— 
danken! — fügte der andere hinzu — Wenn Thilo von Hameln, unser Nachbar, 
nicht genug des Markgrafen Leusseligkeit preisen kann, so weiß er, warum. Auf 
des Fürsten Jagdschlosse Breden im wildreichen Walde am Werbellin ist er 
freundlich von diesem empfangen worden, und seine Schenkung an das Jung— 
frauenkloster zu Spandow ward ihm alsogleich vom Fürsten bestätigt . .. Als 
ich Herrn Eberhard, unsern Propst, letzthin traf, erzaͤhlte derselbe mit lebhaften 
Worten, daß der Markgraf die Köllner Propstei ganz aufgelöst und die Kirche 
St. Peters in Kölln für immer unter den Berliner Propft gestellt habe. Die 
ganze Bürgerschaft kann dies nur freudig begrüßen! 
Sicherlich! — sagte Konrad von Borch — Hätte nur dem edlen Fürsten 
und uns selber gewünscht, daß seine Ehe mit unsers alten Markgrafen Hermann 
holdseliger Tochter nicht ohne blühende Nachkommenschaft geblieben wäre! Das 
uchte er durch viele milde Stiftungen zu fördern — aber es hat nicht eintreten 
wollen! 
Könnte noch immer geschehen! — setzte trüben Blickes Hans Rode hinzu — 
Fin Mann von 28 Jahren und so kräftig, wie er bislang gewesen, sollte solchen 
Wunsch wohl noch erfüllt erhalten dürfen; aber wenn es sich so verhält, wie du 
gesagt hast, — dann freilich hat die Hoffnung ein Ende! 
Von der Stralower Sträße her kam Kopkin, der Knochenhauer, eilig heran; 
er wollte mit einem flüchtigen Gruße vorüber. 
Wohin so schnell? — rief ihm Konrad von Borch zu. 
Zu Herrn Hans Wiprecht .. Heinrich Uden ..Roder aufs gemeinsame 
Rathaus an der Langen Brücke! — erwiderie, den Kopf nur halb umwendend, 
der Riese. Hat mir da Thilo von Hameln vorhin eine Mär zugeraunt. die ich 
nicht glauben kann, weil sie zu fürchterlich ist ... 
Von Waldemar, unserm Markgrafen? — forschte Hans Rode. 
Kopkin war stehen geblieben: 
Daß unser großer, heldenmütiger Fürst, mit dem ich so manchmal im Felde 
sanden ... nein, ich kann es nicht glauben ... todkrank in Bärwalde dar— 
niederläge ... 
Diese Rechte erhielten die Spreestädte am 5. April 1307 
Jetzt Friedrichsfelde; Urkunde vom 12. J 1318. 
3Jden 13. April 1319. Zanunr
	        
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