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1. Pribislaws Tod

Full text: Berlin-Kölln / Richter, Julius Wilhelm Otto (Public Domain)

Pribislaws Tod. 
übermächtigen Feindes geraten und hätten nutzlos die Unsrigen hingeo ert ... 
Und Fürst Jaczcoꝰ — fragte der Fischer. frigen hingeopf 
Er kommt in einiger Zeit hinter uns drein, aber er wird dort gegen Mittag 
durch, das Land Teltow reiten; wir sind ihm voraus geeilt, um feine Ruückkunst 
in Cöpnic vorzubereiten ... 
Und er giebt sich bei der Entscheidung zufrieden? 
Der Krieger lachte verschmitzt: 
Ie den Augenblick, ja — doch es kommt wohl eine gelegenere Zeit ... 
Der Fürst wird seine Augen offen halten — und' diefelbe nicht unbenutzt ver⸗ 
streichen lassen! 
„Der Fischer entgegnete nichts, doch sein Blick schien nicht davon zu zeugen, 
daß er dieser Ankündigung unbedingtes Vertrauen schenkte. Er hatte unterdessen 
seinen Kahn wieder floött gemacht; die Reiter verteilten fich in demselben, einer 
von ihnen hielt am Hinterteile des Fahrzeuges die Zügel der Rosse, und während 
der Fischer mit seinem Burschen zur Berliner Seite hinüberruderte, folgten die 
Tiere schwimmend durch die Gewässer des Flusses. Alls die wendischen Krieger 
den Kahn verlassen hatten, schwangen sie sich nach kurzem Gruße wieder auf ihre 
Pferde und eilten, ohne sich durch neugierige Fragen des Bauern Niclot, welcher 
noch immer nicht seinen Hakenpflug wieder in Bewegung gesetzt hatte, aufhalien 
halten zu lassen, gegen Sonnenaufgang von dannen. 
Der Fischer Nako sah ihnen einen Augenblick nach. 
Es ist geschehen, wie ich mir dachte! — sagte er zu dem Bauern — Der 
Markgraf ist besser auf der Hut als die Wenden, und er wird sich aus Brenna— 
burg nicht so leicht vertreiben lassen! Nachbar, mach' dich bereit, die Taufe der 
Thristen anzunehmen, denn mit dem Einzuge des Bären in Pribislaws Palaft 
wird hier zu Lande manches sich ändern! 
Meinst du, daß er uns zwingen wird, die heimischen Götter zu verlassen? 
Unter seinem Schutze — versetzte der Fischer — werden die Moönche von 
Veitzkau und Parduin auch in das Land der Zpriawaner vordringen, und wer 
nicht gutwillig den Christengott annimmt, den wird er dazu drängen, nötigen⸗ 
falls mit Feuer und Schwert ... 
Nachbar, was denkst du zu thun? 
Der Fischer zeigte nicht die mindeste Erregung: Wenn die alten Götter der 
Wenden, Belbog, Triglaw, Zernebog und besonders der kriegsgewaltige Tur mit 
dem Rindshaupte, nichts ausrichten konnten, so muß der Christengott, wiewohl 
er nur einer gegen viele ist, größere Macht haben, — und da ich mein Gehöft 
in Kölln nicht aufgeben will... 
So gedenkst du dich wohl gar von den Mönchen gleichfalls taufen zu lassen? 
unterbrach ihn mit den Zeichen des Schreckens Niclot. 
Warum nicht? Unsre Brüder in Polen sind gleichfalls Christen geworden 
befinden sich gut dabei! 
Da wendete sich der Bauer von ihm und rief: 
Ich mag von ihrem Kreuze nichts wissen; und wenn der Markgraf und seine 
Mönche mich zwingen wollen, vor diesem Zeichen zu beten, so lasse ich meinen 
Hof und meine Äcker und fliehe gegen Sonnenaufgang! 
Helfen wird, dir's auch nichts! — sagte trocken Nako, und steuerte seinen 
Kahn von dem Ufer zurück in die Flut .... 
und
	        
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