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8. Aus der Zeit des falschen Waldemar

Full text: Berlin-Kölln / Richter, Julius Wilhelm Otto (Public Domain)

Aus der Zeit des falschen Waldemar. 
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gesalbt ist. Von dem Böhmerlande her, das sein Szepter mit reichem Segen 
rfüllt, nimmt er auch zu euch seinen Weg, um euer langjähriges Elend zu 
hannen! . . . Aber noch Größeres: Habt ihr die Wundermar nicht vernommen, 
die seit Jahren durch die Gaue des märkischen Landes flog? Woher sie kam, — 
wer wird's ergründen? Bald in den Klosterkirchen von Lehnin und Chorin, wo 
hie edlen Baulenstädter, die Begrüuder eurer Städte, die uͤnvergeßlichen Wohl— 
chäter des Vaterlandes, schlummern, bald in den Domen von Brandenburg und 
Havelberg, die noch zu des großen Bären Lebzeiten erbaut worden sind, sah man 
Ine hohe, würdige Gestalt mit langem, weißem Barte und im Gewande eines 
Pilgers. Wer ihn bemerkte, der ward wunderbar ergriffen von dieser achtuug— 
gebietenden Person, und die, so den großen Waldemar noch geschaut, wurden von 
der Ähnlichkeit überrascht, die mit dessen Antlitz das jenes Greises hatte. Wenn 
er angeredet ward, winkte er schweigend und war plötzlich wieder verschwunden. 
Wohl schüttelte mancher bedenklich das Haupt und sprach bei sich selbst: Was 
Ill das vbedeuten? Waldemar waärd in Thorin bei seinen Vätern bestattet, —
	        
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