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Erster Abschnitt. Von der Stiftung bis zum Jahre 1848

Full text: Geschichte des Königlich Preussischen Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2 / Puttkamer, Erich von (Public Domain)

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Zweiter Abschnitt. 
Auch befahlen Se. Majestät unterm 11. März, daß das Kaiser Franz 
Grenadier-Regiment diesen Namen für alle Zeiten beibehalten solle. 
Se. Majestät der König, welcher der Feier beigewohnt hatte, befahlen 
das Offizierkorps an diesem Tage zur Tafel. 
Am 22. Juli wurde die Uniform des verstorbenen Kaisers auf Befehl 
Sr. Majestät des Königs dem Regiment, welches mit seinen Fahnen im 
Parade-Anzug auf dem Hof des 2. Bataillons versammelt war, feierlich 
übergeben. 
Se. Königliche Hoheit der Prinz Wilhelm verlas hierbei die nach— 
stehende Allerhöchste Kabinets-Ordre: 
„Ich übergebe dem Kaiser Franz Grenadier-Regiment hierbei die 
Uniform seines nun in Gott ruhenden erhabenen Chefs, des Kaisers 
Franz J. von Österreich Majestät. Die hohen Eigenschaften des ver— 
ewigten Monarchen, Meines treuen Freundes und Bundesgenossen, 
welche sich in einer verhängnisvollen Zeit so glänzend gezeigt haben, 
durch deren Einfluß und Mitwirkung Seinen und Meinen Staaten ein 
ehrenvoller und gesegneter Friede erkämpft ward, Seine Teilnahme für 
Meine Armee und besonders für das Regiment, welches Ihn heute vor 
zwanzig Jahren in Paris an seiner Spitze zu erblicken die Ehre hatte, 
verleihen diesem Geschenk einen ganz besonderen Wert. — Das Regi— 
ment wird dies erkennen und einem Namen auch ferner Ehre zu machen 
wissen, der ihm für alle Zeiten bleiben soll, und durch welchen es selbst 
als eines der Denkmäler eines großen Bundes und einer hochwichtigen 
Zeit bestehen wird. 
Berlin, den 21. Juli 1835. 
(gez.) Friedrich Wilhelm.“ 
Hierauf wurde präsentiert, Marsch geschlagen und während der 
Honneurs die Uniformstücke in die Kaserne getragen. Von dort wurden 
sie am 25. desselben Monats durch ein Kommando in einem königlichen 
Wagen nach Potsdam geleitet und daselbst in der Hof⸗ und Garnisonkirche 
unter dem Wappen der verbündeten Monarchen niedergelegt. Zu dem 
Behältnis, welches sie umschließt, hat der jedesmalige Kommandeur einen 
Schlüssel; ein zweiter wird in der Sakristei der Kirche aufbewahrt. 
Zu dem Truppen-Detachement, welches auf Wunsch des russischen 
Kaisers an dem Übungslager in Kalisch teil zu nehmen bestimmt wurde, 
gehörte auch die erste Kompagnie des Regiments. Mit den ersten Kom— 
pagnien der drei anderen Garde-Regimenter vereint, bildete sie ein Bataillon; 
das Garde⸗Reserve-Infanterie-Regiment formierte aus den ersten Zügen 
seiner acht Kompagnien ein 2. Bataillon, das Lehr-Infanterie-Bataillon 
bhildete das 3. Bataillon.
	        
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