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Siebenter Abschnitt. Schluß

Full text: Geschichte des Königlich Preussischen Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2 / Puttkamer, Erich von (Public Domain)

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Siebenter Abschnitt. 
Mitte Oktober erhielt das Regiment die alten Fahnennägel und die 
Reste des Fahnentuches des Füsilier-Bataillons überwiesen; dieselben 
werden in der Offizier-Speise-Anstalt aufbewahrt. 
Im Laufe des Herbstes wurde das Regiment mit den neuen Ge— 
wehren 98 bewaffnet. 
Am 1. Oktober trat die neue Militärstrafgerichtsordnung in Kraft, 
durch die das bisherige Verfahren, besonders durch Einführung der 
Offentlichkeit und Mündlichkeit des Verfahrens, wesentlich abgeändert 
wurde. 
1901. 
Am 18. Januar beging Preußen festlich den Tag, an dem vor 200 
Jahren sich Kurfürst Friedrich III. in Königsberg die Königskrone aufs 
Haupt gesetzt hatte. 
Se. Majestät hatten zu diesem Tage folgenden Armee-Befehl er— 
lassen: 
„An meine Armee! 
Ich gedenke heute, bei der Feier des zweihundertsten Jahrestages 
der Annahme der Preußischen Königswürde, vor Allem Meiner Armee. 
Der König und die Armee gehören in Preußen unzertrennlich zusammen. 
Dieser enge persönliche Zusammenhang zwischen Mir und jedem Einzelnen 
Meiner Offiziere und Soldaten beruht auf 200 Jahre alter Tradition. 
Der Geist, welcher von Friedrich J. an von allen Königen in der Armee 
gepflegt wurde, der Geist der Ehre, der Pflichttreue, des Gehorsams, der 
Tapferkeit, der Ritterlichkeit — er hat die Armee zu dem gemacht, was 
sie sein soll und was sie ist: die scharfe, zuverlässige Waffe in der Hand 
ihrer Könige, zum Schutz und zum Segen für die Größe des Vater— 
landes. 
An der Spitze der Armee dem Vaterlande zu dienen, das ist Mein 
Wille und das war der vornehmste Wunsch aller Meiner in Gott ruhen⸗ 
den Vorfahren. Ihrer Fürsorge verdankt die Armee ihre Kraft und ihr 
Ansehen. Sie hat durch zwei Jahrhunderte des großen Königs Aus— 
spruch wahr gemacht: „Die Welt ruht nicht sicherer auf den Schultern 
des Atlas, als der preußische Staat auf den Schultern der Armee!“ 
Mit ihrem Blute hat sie die Liebe und Dankbarkeit für ihre Könige 
besiegelt! Hierfür danke Ich der Armee aus bewegtem Herzen. Ich 
danke ihr für ihre Hingabe, welche sie für Mich und Mein Haus im 
Dienste des Vaterlandes ohne Ruhe und Rast, jahraus, jahrein, selbst— 
los bethätigt. Solange dieser Geist die Armee mit ihren Königen ver⸗ 
bindet, so lange brauchen wir keine Stürme zu scheuen, und Preußens
	        
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